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Lord Lurchi
21.03.2009, 13:43
Wenn ich hier die zahlreichen Klagen über den DPV (-Vorstand), bzw. die Situation z.B. in den LVs BaWü, Niedersachsen und NRW lese und die schon leider traditionell komplizierte Situation des Berliner Landesverbandes hinzuzähle, stelle ich mir die Frage, ob man von einer Krise des organsierten Pétanques sprechen kann.
Gibt es also diese Krise und wenn ja, was sind Eurer Meinung nach die Ursachen?
Was müsste sich ändern, damit sich die Situation grundlegend und nachhaltig verbessert?
Bin gespannt auf Eure Meinungen
Klaus K.
21.03.2009, 14:54
http://www.malweiber.de/news/theater/lewandowski.htm
"Wenn niemand zusieht...
gibt es auch kein Theater"
Theater zwischen
WERKTREUE und MODERNE
BÜRGERTUM und 4. WAND
FINANZNOT und KRISE
Vortrag von Rainer Lewandowski (Hervorhebungen von mir, K.K.)
Organsiertes Pétanque in der Krise?
Wenn ich hier die zahlreichen Klagen über den DPV (-Vorstand), bzw. die Situation z.B. in den LVs BaWü, Niedersachsen und NRW lese und die schon leider traditionell komplizierte Situation des Berliner Landesverbandes hinzuzähle, stelle ich mir die Frage, ob man von einer Krise des organsierten Pétanques sprechen kann.
Gibt es also diese Krise und wenn ja, was sind Eurer Meinung nach die Ursachen
Aufgewacht? (Sarg-)Deckel zurückgeklappt? Aufgestanden? Dicke Luft geschnuppert?
Schön` tach auch herrgraf.
Spaß beiseite. Ich bin nicht glücklich über dein Ansinnen. Es wäre hilfreicher, meine ich, du würdest selber erst mal dazuStellung nehmen. Im Sinne einer persönlichen Einschätzung der Lage. Wenige Stichpunkte würden genügen. -
"Objektiv" gesehn, halte ich es für ziemlich schwierig bis aussichtlos, vorhandene Anhaltspunkte für deine Vermutung hier zu diskutieren. Selbst die paar willigen und fähigen MitgliederInnen tragen sich schwer daran, Grundwichtiges eines Sportverbandes überhaupt anzuerkennen und im Zusammenhang zu sehen, zu stellen und zu: diskutieren.
Z.B., und damit hör ich erst mal auf: die katastrophale Mitgliederpyramide seit 1992 und davor.
Grüße
Das obige Zitat meines ehemaligen Studienkollegen läßt sich natürlich auch auf ein Anerkennungsproblem des deutschboule als Pétanque beziehen: Wenn niemand zusieht ... ist es auch kein SPORT!
tschelie
21.03.2009, 20:45
Hallo Lord Lurchi
unabhänig von dem adligen ansatz(lass andere schreiben doch selbst ernte punkte ,pardon)
hier eine, wie ich finde ansatzweise antwort von dem wie ich hörte berühmten polnischen spieler franz thura(to be or not to be that is the question) genannt boulespiel. Leider ist dieser interessante thread nach hinten ins forumsnirwana gerutscht.Doch dort sind ansatzweise antworten zufinden.suchen sie mit?
http://www.monsieurbernier.de/forum/showthread.php?t=712
Zitat Interview Klaus Eschbach siehe Link Interview mit Klaus Eschbach (http://www.ptank.de/news/ke-interview.htm)
Unser Verband kann nur von unten, aus den Vereinen, wachsen. Aber von oben an der Spitze müssen die Weichen gestellt werden, dass sich alle wohl fühlen. Das ist eine Sisyphus-Arbeit und ehrenamtlich kaum zu bewältigen, ohne dass neue Mitstreiter einsteigen.
Ja, ja die „zentralistischen Weichensteller“ so haben und hätten sie es gerne.
Dem ist entgegen zuhalten:
Was unten demokratisch wächst braucht oben (an der Spitze)keine Weichensteller. Im Gegenteil.
Immerhin, klug genug hat der Präsident erkannt, dass eine „mögliche Allianz“ der LVs aus BaWü, dem Saarland und einiger kleiner Verbände z.B. von Berlin, manchem Vorhaben, wenn nicht dem jetzigen Vorstand des DPV so doch dessen Handlungen den „Garaus“ machen könnten.
Doch ruhig Blut. Solche Szenarien muss der DPV-Vorstand nicht fürchten.(Oder vielleicht hoffentlich doch? )
Funktioniert ja schon die Demokratie auf Landesverbandsebene(auch durch aktive Teilnahme) kaum, und das was in den Vereinen unter anderem wächst, kommt selten als Ausdruck kritischer Bewegung auf der Landesverbands-(MV)ebene an.
Zu tief steckt die allgemeine gesellschaftliche Ideologisierung zur Passivität in den Köpfen.
Nach dem Motto, was interessiert es mich, die machen eh was sie wollen. Auch im Verband des DPV werden nichts anderes als gesellschaftliche Realitäten und Machtverhältnisse abgebildet.
servus
tschelie
Lord Lurchi
22.03.2009, 10:23
Am einfachsten ist für mich die Entwicklung des Landesverbandes Berlin zu beurteilen, da ich die Dinge hier vor Ort Tag täglich erlebe.
Einerseits ist seit Jahren zu beobachten, dass immer mehr (neue und unorganisierte) Boule-Spieler die Plätze bevölkern, andererseits z.B. ein etablierter Verein wie der CBdB seit dem vorübergehenden Verlust der Gemeinnützigkeit mittlerweile nicht mehr Mitglied im LPVB ist (und derzeit auch nicht wieder Mitglied werden will, wie man hört. Angeblich will man die Beiträge an den LPVB aus Kostengründen "einsparen").
Bei einem derart kleinen LV ist der Verlust eines der größten Mitgliedsvereine sicher weder erfreulich, noch unproblematisch.
Die Schwierigkeiten des LPVB bestehen u.a. darin, dass es relativ viele kleine (bis 20 Mitglieder) Vereine gibt, die sich schon schwer tun die laut Vereinsrecht vorgeschriebenen Ämter in ihren Vereinen zu besetzen. Dort sind kaum, besser keinerlei freie Kapazitäten für vom DPV "vorgegebene" neue zusätzliche Ämter wie "Anti-Doping-Beauftragte", oder Schiedsrichter und dergleichen. Für den LPVB wiegt allerdings schwerer, dass aus diesen Vereinen niemand im Landesverband (Vorstand oder Ausschüsse) mitarbeitet. Die Arbeit im LV bleibt also traditionell an wenigen Personen hängen.
Es gelingt seit Jahren nicht die "unorganisierten" Bouler zu integrieren. Alle diesbezüglichen "Perspektiv-Papiere" haben sich nicht einmal des Papiers würdig erwiesen auf denen sie geschrieben wurden. Wir schmoren also im eigenen Saft.
Der einzig nennenswerte Zuwachs der letzten Jahre rührt aus der Tatsache, dass der erste große Sportverein erfolgreich eine eigene Boule-Abteilung gegründet hat. Stichworte: Bewegung im Alter; Ü 50.
Bemerkenswert m.E. auch eine groteske Anspruchshaltung gegenüber denjenigen, die in den Ämtern sind, bei gleichzeitiger größtmöglicher eigener Untätigkeit.
Beispiel: Protokolle werden (zurecht) zeitnah eingefordert, dann monatelang (!) nicht gelesen, um dann während einer LDV dieses eigene Versäumnis nachzuholen und die ganze Versammlung an den Rand der "Sprengung" zu bringen, weil man "da noch diverse Fragen habe".
Anderes Beispiel: eine Lizenz-Verlängerungung wird kurzfristig erbeten/gefordert, da super dringend, dringend.... Am nächsten Tag wird die fertig gestellte Lizenz weder abgeholt, noch bezahlt (übrigens bis heute nicht).
Urteile des Rechtsausschusses sind dann super, wenn der jeweilige persönliche "Feind eine über gebraten" bekommen hat. Ist der eigene "Kumpel" betroffen, handelt es sich um Fehlurteile aus persönlichen Gründen.
Also viele Nutznießer und Kritiker, wenig "Arbeiter".
So wundert es nicht, dass in der Vergangenheit der eine oder andere "Macher" im Vorstand geglaubt hat, er könne -mangels Unterstützung- schalten und walten wie er/sie wolle.
Dies ist damit keineswegs entschuldigt, allerdings bemühe ich mich das gesamte "System" zu betrachten...
Fakt ist: Unter diesen seit Jahren andauernden Bedingungen verlieren von den Wenigen immer mehr die Lust sich engagieren. Und das ist eine sehr bedenkliche Entwicklung.
Man kann sicher nicht die Berliner Situation auf die anderen LVs übertragen. Dazu ist unser LPVB zu klein und daher zu speziell.
Eine Kluft zwischen "denen in den Ämtern" und den Kritikern ohne Amt ist allerdings auch bei uns zu beobachten. BTW - Täuscht mich meine Erinnerung, oder war dies zu Zeiten von Karsten Köhler anders?
Die "Boule-Familie" von einst, wenn es sie denn je gegeben hat, scheint in Gruppen und Grüppchen zu zerfallen.
Ich persönlich wäre mit Ablauf der jetzigen Wahlperiode fast sieben Jahre im Amt. Allerdings denke ich derzeit intensiv darüber nach "hinzuschmeißen".
Bis hierhin erstmal.
Krysztoff
24.03.2009, 00:08
@ Lord Lurchi:
Zitat:
Anderes Beispiel: eine Lizenz-Verlängerungung wird kurzfristig erbeten/gefordert, da super dringend, dringend.... Am nächsten Tag wird die fertig gestellte Lizenz weder abgeholt, noch bezahlt (übrigens bis heute nicht).
Der schlimme Bengel der seine Lizenz nicht abgeholt hat, trotz größter Dringlichkeit, hatte wahrscheinlich seine Gründe. Diese wurden nach meinem Wissenstand bis Heute nicht bei diesem hinterfragt!
Da diese Dokument laut Präsident des LPVB ( Aussage Herbst 2008 ) kostenfrei besorgt und zur Verfügung gestellt werden sollte, ist das mit der Bezahlung fraglich und berechtigt! Immerhin wurde für diesen Spieler eine Lizenzmarke von seinem Verein bezahlt!
Sei´s drumm!
Wenn einer einem einen Gefallen tut, sollte er sich nachher nicht darüber beschweren, das er ihm den selbigen getan hat!
Und wenn dadurch Probleme entstehen, lassen die sich in der Regel durch ein sachliches Gespräch beseitigen. Unter sachlichem Gespräch verstehe ich Rede und ANTWORT zu stehen und nicht nur Rede!!!
Liebe Grüße
Christof
Krysztoff
24.03.2009, 00:14
Ergänzung:
Ich persönlich fände es sehr bedauerlich, wenn Du dich zurückziehen würdest!
Ich habe dich als einen Boulisten kennengelernt, der fachlich, sachlich und geistig eine gute Variante des Pétanque vertritt.
Ich hoffe wir sehen uns beim Salatgartenturnier!
Klaus K.
24.03.2009, 01:12
Hallo Lord Lurchi!
Fakt ist: Unter diesen seit Jahren andauernden Bedingungen verlieren von den Wenigen immer mehr die Lust sich engagieren. Und das ist eine sehr bedenkliche Entwicklung.
Man kann sicher nicht die Berliner Situation auf die anderen LVs übertragen. Dazu ist unser LPVB zu klein und daher zu speziell.
Eine Kluft zwischen "denen in den Ämtern" und den Kritikern ohne Amt ist allerdings auch bei uns zu beobachten. BTW - Täuscht mich meine Erinnerung, oder war dies zu Zeiten von Karsten Köhler anders?
Lieber ???,
(mein gott, wenn ich dein Lurchi lese, fällt mir sofort diese STIMME ein, die in extra 3 des NDR gegen Sodanns Peter zu Felde zog mit der Bemerkung: ER will Bundespräsi werden und weiß nicht, wie man den LURCHI würgt??? > Sodann soll in einem Interview gesagt haben: Onanie wäre nie sein Fall gewesen. SORRY! Ist aber so.)
das ist doch mal Butter bei die Fische!
Hört sich aber alles ziemlich traurig an. ABER: Des Funktionäres große Not ist sein BROT. Umgekehrt wäre doch der ALPTRAUM: Totale Konkurrenz um Posten. Alle Funktionsinhaber überbieten sich mit Ideen und LEISTUNGEN. Das MITGLIED wird gehätschelt und gäbäbbelt (sächsich!) wie'n Baby. > "Darf isch dir die Lizenz vornewech tragn, damit du leischter zum Ziele gommsd!
Alles Spaß. - Ein ALPTRAUM der Demokratie. Alle für alle. KEINERIN gegen den anderenIn. ALLES wird öffentlich, was WICHTIG ist. Und über das was als WICHTIG eingestuft wird entscheiden alle! HAMMER! -
In anderen Landesverbänden sieht es - übrigens - genau SO! aus. Wieso auch nicht???
(Was für eine komische Vermutung.) Mit Differenzen. Klar doch. DU weißt doch: WIR leben in einer neoliberal geprägten NACH-(Faschismus)-Deutschland extrem autoritären und DEMOKRATIEfeindlichen Gesellschaft extremer Klassenstruktur und Untertanen/Sklaven(Modern. Versteht sich. Modern!) Dressur über die Jahrhunderte. - Ist in jedem von UNS präsent. In JEDEMINNEN. (Darum ist hier auch so SCHLECHT LEBEN.)
Deine Erinnerung an Karsten Köhler täuscht dich nicht. Auch der "Gute Mann mit dem Rauschebart" lies sich inszenieren. In der damaligen PI findet sich noch ein Bericht von einem, neu dazugekommenen, neuen PI-Journalisten als "Hof"berichterstatter, der seine Annäherung an Karsten Köhler, als Gedanken der tatsächlichen Auto-Anfahrt zum Gesprächstermin beim Präsidenten, notiert. Ein Zeitdokument.
(Auch ich war anfangs irritiert über die höfischen Sitten in der "linken alternativen als alternaiven Subkulturellen Subkultur des boule". Karsten Köhler jedenfalls ließ sich einfach ansprechen und einladen zum Turnier in Leipzig und bedauerte, diesen Termin nicht wahrnehmen zu können. Was schade war. Leipzig war eine schöne Idee, von Klaus Lohoff-Erkrath, und schön.)
Tja, lieber ???, vermutlich leben wir in der schlechtesten aller Demokratien auf der Erde. (DU verstehst mich schon!) >>> Im TRAINING gilt (Schöllhorn, 1999): NICHT festbeißen an bestimmten Entfernungen. Variieren. Oder, wie Horst Hrubesch es gestern abend in sport inside auf wdr es so schön gesagt hat, in Bezugauf das von ihm trainierte PFERD: LINKS herummm! Der Gaul will immer rechts. Jeder hat eben seine Scholkoladenseite. Also muß er lernen für die andere! -
Meine Tochter überlegt, nach Südafrika zu gehn. Mach es, Mausi, habe ich ihr gesagt: Erwachsen werden kann man überall. Vor allem woanders als hier.
Liebe Gruß, Klaus
Lord Lurchi
24.03.2009, 08:00
@ Lord Lurchi:
Wenn einer einem einen Gefallen tut, sollte er sich nachher nicht darüber beschweren, das er ihm den selbigen getan hat!
Hallo Christof,
Der, der für den anderen (!) gearbeitet hat ist also der gelackmeierte und doofe???
Um die Dinge mal vom Kopf zurück auf die Füsse zu drehen: wenn einer von jemand anderem einen Gefallen fordert/erbittet, die auch noch "Nachtarbeit" des anderen nötig macht, hat der Bittsteller die "Bringschuld", nämlich "abholen" oder "sich erklären".
Natürlich gibt es immer Gründe, dass aber so Irritation und Frust entstehen dürftest Du verstehen .
Mir geht es es aber gar nicht um diesen konkreten Fall. Das sollten die Beteiligten unter einander klären. Er steht nur stellvertretend für viele, viele andere.
Alle wollen "Liga" - keiner will sie organisieren;
Alle wollen Turniere - kaum einer will sie organisieren;
Alle wollen Lizenzen - aber seit Jahren bezahlen manche Vereine viel zu spät ihre Beiträge an den LV;
usw., usf.
Krysztoff
24.03.2009, 16:39
Der Bittsteller hatte sich erklärt!
tschelie
24.03.2009, 18:18
Alle wollen "Liga" - keiner will sie organisieren;
Alle wollen Turniere - kaum einer will sie organisieren;
Alle wollen Lizenzen - aber seit Jahren bezahlen manche Vereine viel zu spät ihre Beiträge an den LV;
usw., usf.
Hallo L Lurchi
Möglichkeiten bei denen jeder Lachen kann, so er denn könnte, während er das eine tut oder nicht
Alle wollen "Liga" - keiner will sie organisieren;abgesehen von dem ewigen zitierten sicher wichtigen doch secundären Versicherungsargument ,mit dem primär die "Herde hinter den Zaun getrieben wurde",
meine ich. Wer Liga will,soll und darf und muss an deren Organisation teilnehmen.
Der Verantwortliche "Vereinserste" schaut, dass die "lastenverteilung " gerecht geregt ist.
dito für den veranstaltenden Verein.
Lizenzen , wer sie will und wer sie braucht
-Geld geschäfte sind doch , so wissen wir aus der Finanzwelt ein "Zug um Zug" Geschäft
frei nach dem Motto "give me your money and watch what I am doing"
diesen vibrierenden Investmentflash ,sollten die "Lizenzträgler" verspüren.
Gern würde ich mit Euer Lordschaft weiter darüber "klönen" und suche daher zu einer Audienz in und um das heurige Salatgarten-Turnier herum ,nach.
herzliche Grüße
tschelie
Ulli Brülls
24.03.2009, 18:25
Krise? - Angesichts der Vorgänge in BaWü, Berlin und andernorts eine sicher naheliegende Frage. Aber auch eine gute Frage? - Ich meine: nein. Jedenfalls, solange sie so allgemein formuliert ist und gerade dazu einlädt, die unterschiedlichsten Phänomene zu einem großen Eintopf zu verrühren.
Bevor nach Ursachen einer tatsächlichen oder vermeintlichen Krise gefahndet wird, sollten doch erst einmal Symptome festgestellt und danach bewertet werden, ob sie wirklich Ausdruck einer Krise sind oder nur zu den alltäglichen Verstimmungen gehören, die in Organisationen (wie Sportverbänden) nun mal unvermeidlich sind. Ich wage mal den Versuch, ein wenig zu strukturieren:
Behauptetes Symptom 1:
Das Engagement lässt nach. Immer weniger Aktive finden sich bereit, Funktionen und Ämter im Verein oder gar im Verband zu übernehmen.
Behauptetes Symptom 2:
Der Rückhalt des Verbandes (DPV, LFV) an der Basis nimmt ab. Die Arbeit der dort aktiven Funktionsträger findet immer weniger Anerkennung und Wertschätzung.
Zu Symptom 1:
Da beginnen meine Zweifel. Krise?
Bevor ich den Trouble in BaWü - pars pro toto - als Krisenphänomen begreifen kann, muss ich doch erst einmal ausgiebig staunen, und zwar darüber, was die organisierte deutsche Pétanque-Szene (ohne nennenswerte Sponsoren, ohne hauptamtliche Mitarbeiter) jedes Jahr neu auf die Beine stellt: Deutsche Meisterschaften, Länderpokal, Landesmeisterschaften, DM-Qualis, Kadertrainings, einen Ligabetrieb mit deutlich über 900 Teams bundesweit, Teilnahme an Welt- und Europameisterschaften, und eine inzwischen unüberschaubare Zahl von kleinen und großen Turnieren, deren organisatorisches Niveau sich mit dem in Frankreich durchaus messen kann (von einigen Großevents wie der Marseillaise mal abgesehen). Statt ins Lamento über den oder anderen vakanten Vorstandsposten einzustimmen, registriere ich ein riesiges ehrenamtliches Engagement, ohne das all dies unmöglich wäre. Reden wir die Lage also nicht schlechter, als sie ist.
Gleichwohl: Vorstandsämter im Verein wie im Verband müssen besetzt werden und besetzbar bleiben. Und da sehe ich für DPV und Landesverbände in der Tat ein Problem: Die Aufgaben sind quantitav inzwischen so umfangreich und in der Sache so anspruchsvoll geworden, dass sich nur noch ganz wenige zutrauen können, diese Arbeit mit ihren beruflichen und privaten Pflichten zu vereinbaren. Ein Beispiel aus dem NPV: Es macht einen Unterschied, ob ein Ligawart wie vor fünf Jahren für rund 60 Teams zuständig ist oder heute für knapp 100. Heute wie vor fünf Jahren hat aber nur ein einziger Mensch die gesamte, immense Arbeit an der Backe. Ein großes und m. E. unbedingt auszubügelndes Versäumnis besteht also darin, die Verbandsarbeit nicht früher in kleinere, für den einzelnen besser verdaubare Häppchen aufgeteilt zu haben. Darüber hinaus: Delegation fest umrissener Teilaufgaben an Leute außerhalb der Vorstände ist ebenso wenig verbreitet wie die Einladung zu punktueller Mitarbeit (etwa bei der Vorbereitung von LMen oder bei der Öffentlichkeitsarbeit ...). Doch nur über solche Zwischenschritte können sich "Neue" für Vorstandsämter qualifizieren und das Zutrauen gewinnen, dass sie unter der Last eines solchen Amtes nicht zusammenbrechen würden. Ohne ein Umdenken hier, ohne niedrig-schwellige Formen der Mitarbeit wird das "organisierte Pétanque" weiter damit leben müssen, dass sich vor allem noch diejenigen zur Wahl stellen, die die meiste Freizeit oder das am stärksten ausgeprägte Bedürfnis haben, sich selbst in den Vordergrund zu spielen.
Im Übrigen, weiter steigende Mitgliederzahlen vorausgesezt: Ohne Entlastung der gewählten Vorstände von Sekretariats- und anderen Routineaufgaben (z. B. Lizenzverwaltung) durch bezahlte Arbeitskraft geht es eigentlich schon längst nicht mehr. Warum sollte es nicht möglich sein sollte, hierfür auch öffentliche Töpfe anzuzuapfen - und sei es in Form vom 1-EUR-Jobs? Die Boule-Aktiven sind wohl vor die Wahl gestellt: immer wieder neue Leute in überfordernden Vorstandsämtern zu verschleißen oder für professionell abgesicherte Verbandsstrukturen etwas tiefer in die Beitragstasche zu greifen.
Zu Symptom 2:
Hier, beim mangelnden Rückhalt von DPV und LFV an der Basis, sehe auch ich ein Problem. Und der kommt wohl nicht von ungefähr. Allzusehr hat sich die Verbandsarbeit in den vergangenen auf die Entwicklung leistungssportlicher Strukturen fokussiert. Die Inhalte der DPV-Website sind das getreue Spiegelbild dieses Trends. Die dort gängigen Themen (DM, Bundesliga, WM, EM, Kader, Anti-Doping etc.) folgen allesamt dieser vorübergehend wohl notwendigen, auf Dauer aber falschen Schwerpunktsetzung. Es war sicher nicht ganz dumm, als Klaus Eschbach gegenüber ptank.de erklärte: "Ich denke mal, 90 % unserer Verbandsangehörigen sind Breitensportler. Auf sie wird sich unser Augenmerk in Zukunft verstärkt richten." Dass dem bislang noch keine sichtbaren Taten gefolgt sind, muss dazugesagt werden.
Einige aktuelle Debatten erinnern mich an falsche Alternativen, in die auch ich mich schon gern verheddert habe: "Super-mêlée oder feste Teams?" - "Turniere mit Lizenzpflicht oder ohne?" - Ich selbst begreife erst langsam: Nicht das "Entweder-Oder" bringt Pétanque voran, sondern das "Sowohl-Als-Auch". Leistungssportliche und breitensportliche Angebote sollten als gleichberechtigte Felder des organisierten Pétanque gedeihen können. Zudem: Das größte Potenzial hat Pétanque nicht bei der Jugend, die sich ganz zu Recht (wenn sie denn Sport überhaupt treibt) lieber für Sportarten mit mehr Aktion und Tempo entscheidet, sondern bei den Alten. Mehr als 50 % der Lizenzinhaber im NPV sind über 55: Wie viele davon sind begeistert, wenn ihre Verbandsbeiträge vor allem für Sachen ausgeben werden, von denen sie selbst nie etwas haben? In der leistungssportlich verengten Optik von DPV und LFV haben gesellige Spiel- und Wettkampfformen, bei denen ein Gläschen Bier oder Rotwein ohne schiedsrichterliches Stirnrunzeln genossen werden kann, bislang keinen Platz. Solche Formen stehen im Abseits, sind offiziell verpönt, ins Belieben lokaler Veranstalter gestellt. Wenn Klaus Eschbach denn Recht hat, dass sich 90 % der Boule-Aktiven als "Breitensportler" begreifen, dann haben auch nur 10 % der DPV-Mtiglieder guten Grund, den Verband und seine Funktionsträger zu unterstützen. Und das ist auf Dauer zu wenig.
UB
_____________________
Nur eine kleine Notiz zu "Lord Lurchis" Eröffnungs-Statement. Der NPV (Niedersachsen/Bremen) gehört derzeit nach meiner Beobachtung keineswegs in eine Reihe mit BaWü ... gestellt. Im Gegenteil: Alle Kennziffern (Liga-Teams, Beteiligung an LMen, RLTen etc.) stehen seit Jahren auf Wachstum, und von einer so fair und pragmatisch diskutierenden Mitgliederversammlung wie zuletzt im NPV, als über 50 von ca. 75 Vereinen vertreten waren, kann man andernorts wohl allenfalls träumen. Unbesetzte Vorstandsämter gibt es auch nicht.
Re: Interview
tschelie
24.03.2009, 18:55
Wenn Klaus Eschbach denn Recht hat, dass sich 90 % der Boule-Aktiven als "Breitensportler" begreifen, dann haben auch nur 10 % der DPV-Mtiglieder guten Grund, den Verband und seine Funktionsträger zu unterstützen. Und das ist auf Dauer zu wenig.
Hallo Ulli Brülls
eine interessanter Beitrag über den sich sicher trefflich streiten lässt, bzw. diskutieren
Ich sehe hier läuft Ihnen der sachliche Stil gut von der Feder. Dafür meine Anerkennung. Ob mir das so gelingen könnte?
Vor einem möglichen weiteren Diskussionsbeitrag meinerseits ,bitte ich um Aufklärung hinsichtlich der Verwendung des Begriffes „Breitensport“ (dies im DPV –Verband).
Wie definieren Sie Breitensport im DPV(ausgeführt von ca. 90%aller Athleten /Sportler/Spieler (welche % würden da was repräsentieren.)
Wie meinen Sie schaut der Sportalltag des Breitensportlers in DPV und seinen angeschlossenen „Landesfachsportverbänden“ aus
Freundliche Grüße
Tschelie
Ps. eine Art plötzliches Nachgefühl ,was sich beim Lesen aufdrängt .
Frage : Solls den Breiten-Sportlern mehr Geld kosten oder soll gar die Beitrags pyramide auf den Kopf gestellt werden. Läuft das pekuniäre Beitrags-Wasser berg-auf oder abwärts?
Ich selbst begreife erst langsam: Nicht das "Entweder-Oder" bringt Pétanque voran, sondern das "Sowohl-Als-Auch".
Eine wie ich finde ehrliche Erkenntnis.
Was würde ihrer Meinung nach für sowohl und was für als- auch stehen.
Für Ihre Antwort bedanke ich mich schon jetzt und bin gespannt.
.
tschelie
24.03.2009, 19:13
Hallo zusammen
in Zusammenhang mit dem Beitrag von Ulli Brülls
zitat von Lord Lurchi
Behauptetes Symptom 1:
Das Engagement lässt nach. Immer weniger Aktive finden sich bereit, Funktionen und Ämter im Verein oder gar im Verband zu übernehmen.
Behauptete Antwort/These
Das Engagement des Einzelen erstickt in der Konstuktion der "Juristischen Person" der Vereine .
ungefähr nach dem sicher bestreitbaren Motto : Hauptsache man ist versichert und hat keine Verantwortung als Einzelner.Im Boulegebüsch lockt der Hedonismus .oder sonstiges .warum auch nicht. Damit hat der Mangaer die Macht und ooch keine Verantwortung . Die Vorgaben kommen vom Dach und das kann sich nur schwer zum Fundament neigen ohne seine Ziegel zuverlieren.
weiteres später
Grüße tschelie
Lord Lurchi
24.03.2009, 19:26
@zoffel
eine Erklärung/Rechtfertigung o.ä. mir gegenüber ist nicht nötig. Für mich war es nur EIN Beispiel von vielen.
@tschelie
Da ha'm, wir den Salat. Der Lord gewährt Audienzen nur auf Salamander Castle. Sein Alias ist indessen jederzeit zum Plausch bereit. Auch beim Grünzeug-Turnier :nene:
@ulli
Der Hinweis darauf, was alles bislang von vielen ehrenamtlichen Helfern erfolgreich bewerkstelligt wird, ist sicher richtig. Danke dafür. Ich wollte sicher nicht schwarz malen.
Das eine einseitige oder doch dominante Ausrichtung des DPV auf den s.g. "Leistungssportbereich" in einem möglichen Gegensatz zur Mitglieder-Realität steht, vertrete ich seit Jahren. Aus diesem Grund habe ich seinerzeit gegen A/B-Lizenzen und für die Investition in Basis-Training plädiert.
Ob die gegenwärtigen Turbulenzen in den LVs allerdings "nur" das übliche Rumoren in einem Verband/Verein sind, oder z.B. ebenso wie das Auftreten einer alternativen Turnierserie wie des GPdAs nicht als Vorboten für eine strukturelle Krise gedeutet werden müssen, dass ist allerdings die Frage, die ich nicht so schnell wegwischen (lassen) möchte.
Sicher ist, dass man als "Berliner" vielleicht aus den spezifischen Erfahrungen im eigen LV nicht so sehr dazu kommt den Teil zu sehen, der ohne Frage funktioniert.
Dein Lösungsvorschlag - niederschwellige Partizipation- hört sich gut an.
Berliner Realiät (nur Berliner?) ist allerdings eine weitestverbreitete Anspruchs- und Bedienmentaliät. Dem eigenen Verein gegenüber, dem LV und dem DPV gegenüber. Hier meine ich eine wachsende Entfremdung zwischen "uns" und "denen" festzustellen. Täusche ich mich?
Wenn ich Dich richtig verstehe, sind wir wohl einig, dass das größte Wachstumspotential für das Pétanque im Bereich Ü55 und damit eher im Breitensport liegen dürfte. Auf der HP des DPV ist jedoch in der Tat seit Jahren von einem Paradigmenwechsel nichts zu sehen.
Insofern denke ich, dass nicht zu letzt die Kommunikation/Information dringend verbessert werden müsste.
tschelie
24.03.2009, 19:35
Ob die gegenwärtigen Turbulenzen in den LVs allerdings "nur" das übliche Rumoren in einem Verband/Verein sind, oder z.B. ebenso wie das Auftreten einer alternativen Turnierserie wie des GPdAs nicht als Vorboten für eine strukturelle Krise gedeutet werden müssen, dass ist allerdings die Frage, die ich nicht so schnell wegwischen (lassen) möchte.
Sicher ist, dass man als "Berliner" vielleicht aus den spezifischen Erfahrungen im eigen LV nicht so sehr dazu kommt den Teil zu sehen, der ohne Frage funktioniert.
Werter Lord Lurchi
bei solchen interessanten Hinweisen wie der Erwähnung jener Turnierserie
will man die Audienz , wenn nicht im Salmander castle so doch in jenem Salatgarten nicht versäumen.
Bis auf Ostern
vielleicht auf ein gemeinsames Schlückchen Salamanderwasser aus dem Hause Castleburg
herzliche Grüße
Tschelie
Ulli Brülls
25.03.2009, 12:13
Tschelies Hinweis trifft: Ohne Klahreit darüber, was denn unter Breitensport und Leistungssport verstanden werden soll, dreht sich auch diese Diskussion nur im Kreis, steht mein erster Beitrag zu diesem Thema auf wackeligen Füßen.
Dass das Begriffspaar "Breiten-/Leistungssport" weder im DOSB noch in der Sportwissenschaft allgemein anerkannte Definitionen gefunden hat, lässt sich unter den entsprechenden Schlagwörtern bei Wikipedia nachlesen (http://de.wikipedia.org/wiki/Breitensport). Die verbreiteten Gleichungen "Leistungssport = Wettkampfsport" und "Breitensport = Fitness-Sport" helfen bei Sportspielen wie Pétanque nicht weiter, denn ohne Wettkampf um den 13. Punkt gibt's hier auch keinen Breitensport. Vermutlich verlangt die Begriffstrennung für Spielsportarten mehr Aufwand. Vorschlag:
Leistungssport betreibt, wer seine private Lebensführung zu einem erheblichem Teil den angestrebten sportlichen Zielen unterordnet. Die Teilnahme an Training und Wettkämpfen und der Einsatz von Zeit und Geld werden vom Leistungssportler als selbst gesetzte Pflichten erlebt; Befriedigung und Motivation speisen sich vorrangig aus sportlichem Erfolg im Wettkampf (gemessen an Platzierung, RL-Position, Preisgeld etc.). In Terminkonflikten zwischen Sport und anderen Aktivitäten setzt der Leistungssportler eine eindeutige Priorität.
Breitensport betreibt, wer den persönlichen sportlichen Erfolg als zweitrangig betrachtet. Befriedigung und Motivation speisen sich vorrangig aus der Freude an der sportlichen Betätigung selbst oder aus aus deren positiven Nebeneffekten (z. B. soziale Kontakte, Gesundheit etc.). Terminkonflikte zwischen Sport und anderen Aktivitäten löst der Breitensportler im Einzelfall: mal so, mal so.
Natürlich hat eine solche, idealtypische Begriffsdeutung keine absolute Trennschärfe. Real sind die Übergänge fließend, mischen sich breiten- und leistungssportliche Antriebe in den Pétanque-Individuen selbst (mich eingeschlossen). Deutlich aber wird: Die Zahl derer, die sich vorbehaltlos dem Typ "Leistungssportler" zuordnen können, ist im Pétanque zumindest hierzulande verschwindend gering. Wenn ein mehrfacher DM-Champion (Christian Hempel in seinem Forums-Portrait) stolz erklären kann, noch nicht ein einziges Mal fürs Pétanque trainiert zu haben, dann scheint darin das ganze Dilemma auf, in dem das organisierte Pétanque mit seinem Versuch, sich als "seriöse" Sportart im DOSB-Konzert zu etablieren, geraten ist. Tatsächlich betreibt die Boule-Szene die gesamte Maschinerie von Kadersichtungen, Ranglisten, Meisterschaften, Schiedsrichter-Lehrgängen, Doping-Kontrollen etc. als ein großes Spiel im Spiel, mit einem natürlich uneingestandenen Augenzwinkern: "Leute, alles halb so ernst gemeint!"
Wo ist denn der "Leistungssportler", der Woche für Woche wenigstens zwei- oder dreimal systematisch an seiner Technik feilt, der sich festen Trainingsplänen unterwirft, der zugunsten seiner sportlichen Leistungsfähigkeit auf Nikotin und Alkohol verzichtet, der Muttis 80. Geburtstag sausen lässt, weil zugleich ein Ranglistenturnier auf dem Kalender steht? - Einige Dutzend davon mag es bundesweit geben, persönlich kenne ich niemanden.
Und was bedeutet das? - Allen voran diejenigen, die in den Verbandsvorständen Verantwortung tragen, müssen wohl lernen, dass die in der Vergangenheit vorrangig betriebene Etablierung eines nach den Mustern anderer Sportarten gestrickten Wettkampfbetriebs zwar sinnvoll (weil nachgefragt) war, aber nur eine Durchgangsstation und keineswegs das Ende der Entwicklung markiert. Ohne das "große Spiel" des "Leistungssports" aufzugeben, könnten die Verbände m. E. nun wieder mehr an diejenigen Beitragszahler(!) denken, die auf das "große Spiel im Spiel" eher pfeifen und manche Neuerung (Trikotpflicht, Lizenzpflicht, aktiv eingreifende Schiedsrichter, Rauchverbot etc.) eher als lästig oder albern empfinden. Auch diese "Breitensportler" gehören dazu!
Solange man also offene Wettkampfangebote (GPd'A, Super-mêlée-Serien und sonstige alternative und lockere Spielformen) nicht als zweite, gleichermaßen tragfähige Säule des "organisierten Pétanque" in die Verbandsarbeit integriert, wird sich die Zahl derer, die sich für die Arbeit von DPV und Landesverbänden interessieren und eventuell auch engagieren, kaum wesentlich steigern lassen. Ohne Umdenken wird man wohl mit dem (in BaWü wohl schon krisenhaften) Akzeptanz-Defiizit weiter leben müssen.
Der Versuch, den ursprünglichen Charakter des Pétanque - geselliger Feierabend-Kneipen-Spaß - immer mehr auszuradieren, führt m. E. ebenso in die Irre wie das populäre Stirnrunzeln über Anti-Doping-Ordnungen und sonstige Erscheinungsformen eines formalisierten Wettkampfsports. Auf der Tagesordnung der Verbandsvorstände steht vermutlich: ein abgewogenes "Sowohl als auch".
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Abschweifungen als PS. Ein pragmatisches Argument kommt hinzu: Die typischerweise leistungssportlichen Wettkampfangebote wie Landesmeisterschaften, DM-Qualis, RL-Turniere platzen inzwischen nicht nur aus allen Nähten, so dass es immer schwieriger wird, dafür geeignete Ausrichter zu finden, sie leiden auch unter hohem sportlichen Leerlauf, der immer dann entsteht, wenn eine Partie - wegen der Leistungsunterschiede der Kontrahenten - schon entschieden ist, bevor die erste Kugel geworfen wurde. Die Einführung einer deutlich preiswerteren B-Lizenz, die nur zur Teilnahme an der Liga, aber nicht zur Teilnahme an Meisterschaften berechtigt, erscheint mir vor diesem Hintergrund ebenso erwägenswert wie z. B. die Halbierung der DM-Starterfelder von 128 auf 64. Immer noch mehr als genug, um niemanden auszuschließen, der reale Titelchancen hat. Nebengewinn: Weniger C02-Ausstoß auf den Autobahnen durch Leute, die sich gedanklich schon aus dem ersten Poule verabschieden müssten, bevor sie ins Auto steigen (das gilt z. B. für mich, der schon manch solche DM-Erfahrung sammeln durfte).
Mein Fazit für eine veränderte Orientierung der Verbandsarbeit:
> Entwicklung bzw. Integration echter breitensportlicher Angebote ohne Berührungsängste gegenüber einem hohem Spaßfaktor = mehr Inklusivität in der Breite;
> dafür stärkere Konzentration der leistungssportlichen Angebote auf diejenigen, die sich tatsächlich als Leistungssportler definieren = mehr Exklusivität an der Spitze.
tschelie
25.03.2009, 12:39
Hallo zusammen , Hallo Ulli Brülls
ein ganz kurze spontane und emotionale Reaktion.
Bravo!
Hier mal ein Beitrag der es über den SmS Status vieler ander Beiträge hier im Forum hinaus schafft. Ich habe den Beitrag kurz überflogen und freue mich einfach, später mit Zeit, endlich mal etwas lesen zu können worüber sich diskutieren und streiten läßt ,dies auch ,und in der Hoffnung mit den Beiträgen von Ulli Brülls und Anderer
das Geschehen in und um das Petanque und dessen Verbände (organisation) besser zu definieren und zu analysieren. Ich habe hier einge interessanten Gedanken gelesen/überflogen und ich freue mich darauf diesen Beitrag von Ulli zu studieren, zu verstehen und hofffentlich mit einer sinnvolle Antwort zur Diskussion beitragen zu können
in diesem Sinne
danke an Ulli
freundliche Grüße
Tschelie
tschelie
25.03.2009, 15:45
Liebe Leser ,Hallo Ulli Brülls
Hier ein erster unfertiger Versuch meine Auffassung hinsichtlich Petanquesport ,Breitensport und Boulespiel darzulegen.
Zu jener fernen Vorzeit war vielen oder manchen noch klar, dass Spitzen/Leistungssport immer noch den Breitensport inhaltlich bestimmt , definiert , dies auch weil sich der Breitensport am Spitzensport ausrichtet und orientiert. Die Unterscheidung war also nicht so sehr Spitzen/Leistungssport und Breitensport
sondern eher Boulespiel und sportliches Petanque und dies in seiner Auswirkung von Breitensport, Leistungs- und Spitzensport.
Meine These daher
Ca 70% der Verbandsangehörigen wollen hauptsächlich Boule/Petanque spielen.
Sie waren oder sind noch bereit den Verband durch Beitragszahlung zu unterstützen, doch schon hinsichtlich der Lizenz können sich Bereitschaften ändern.
Ca 30 % stehen dem Petanque in seiner vom DPV und (seinen)den Landesverbänden organisierten Realität noch nahe .d.h. auch der Definition Spitzen / Leistungssport und Breitensport. Sie anerkennen die Notwendigkeit des DPV und der Lizenz.
Wenn es je um Besitz sprich Stimmenrealität und deren inhaltlichen Ausdruck gehen würde
so ist die Realität von 70% aller Boulespielenden im Verband eher die,dass ihr Wollen und ihre Auffassung vom Spiel ums Boule nicht oder kaum im Verband vertreten sind .
Vertreten im Verband ist jedoch die Stimm- Realität und die Auffassung von 30 % aller Verbandsangehörigen
Und diese Realität wird unterteilt in Leistungs- und Breitensport.
Stimmten diese Zahlen ,wäre es klug die Realität und den Selbst -Ausdruck im Petanque/Boulespiel von ca 70 % aller Verbandsangehörigen zu beachten
Und ihr nicht mit der Begrifflichkeit von Breitensport zu Leibe rücken zu wollen. Es ist nicht das neben einander von Leistungs- und Breitensport Konzepten von möglichen ca 30 %.
Sondern es geht um das neben einander von Petanque als Ausdruck von Sport (und dessen Inhalten (ca.30 % der Verbandsangehörigen)
Und
Petanque /Boule als Ausdruck von Spiel(und dessen Inhalten) ca 70 % der Verbandsangehörigen
Es ist müßig zu sagen , dass es ein auswegsloses Unterfangen ist ca 70 % aller Verbandsangehörigen mit der Begrifflichkeit von Sport und Breitensport reformieren bzw. missionieren und bestimmen zu wollen.
Konflikte oder Krisen rühren daher .oder bei zukünftigen Auseinandersetzungen im Verband wird es auch darum gehen, dass
ca 70 % im Verband in der Lage sein wollen oder beginnen ihre Realität zu organisieren.
Der Grand Prix Allemagne ist Ausdruck eines möglichen Teils dieser neuen Realität.
Es geht um das nebeneinander von Spiel und Sport im Verband Doch jeder der rechnen kann , weiß wie die Verbandsrealität organisiert ist :
30 zu 70
Diese Position der 30 % wird als Ausdruck von einziger und annähernd 100% Realität im DPV -Verband auf die Dauer nicht zuhalten sein. Die beschlossenen Strukturreform mit dem Willen "föderale und basis orientierte Selbstorganisation"abzulösen oder zuverhindern wird gegensätzliche Kräft beschleunigen.
Wieso auch nicht? Wenn es denn dem Sport und dem Spiel dient!
freundliche Grüße
Tschelie
Ulli Brülls
25.03.2009, 17:38
Sind es nun "90 % Breitensportler" und ein restliches Zehntel von Leistungssportlern, wie der DPV-Präsident glaubt? Oder sind es "ca 70 %", die vor allem spielen wollen, und "ca. 30 %", die mit sportlichem Ehrgeiz zur Kugel greifen, wie Tschelie meint?
Mir gefallen solche Zahlenspiele nicht, die bestenfalls auf subjektiven Schätzungen beruhen. Sie vernebeln aber den Umstand, dass noch niemand systematisch danach gefragt hat, was die Mitglieder vom Verband erwarten. Eine solche - breit angelegte - Mitgliederbefragung wäre vielleicht an der Zeit.
Und ob die unterschiedlichen Orientierungen im "organisierten Pétanque" nun mit "Breitensport versus Leistungssport" begrifflich eingekreist werden oder mit "Spiel versus Sport" (wie Tschelie vorschlägt), ist doch im Grunde wurscht. Für die Beantwortung der Eröffnungsfrage von "Lord Lurchi" ist damit jedenfalls nix gewonnen.
tschelie
25.03.2009, 20:42
Und ob die unterschiedlichen Orientierungen im "organisierten Pétanque" nun mit "Breitensport versus Leistungssport" begrifflich eingekreist werden oder mit "Spiel versus Sport" (wie Tschelie vorschlägt), ist doch im Grunde wurscht. Für die Beantwortung der Eröffnungsfrage von "Lord Lurchi" ist damit jedenfalls nix gewonnen.
Hallo zusammen
Ich denke, dass die Betroffenen den Versuch der Deutungshoheit selbst haben sollten. Nicht die Spezialisten.Was spricht dagegen .
Es geht um das nebeneinander von Spiel und Sport im Verband
meine Meinung
und wenn es um "die Wurscht" der Beantwortung der Eröffnungsfrage gehen sollte ,fragen wir doch Lord Lurchi was er dazu meint.
Wenn Ulli Brülls meinen Beitrag unter den Aspekten "dazugewinnen " beurteilen will. So be it.
Für mich ist das Zahlen- spiel mehr zur Erhellung gemeint nicht so sehr für irrigen romantischen Nebel.
Grüße
Tschelie
tschelie
25.03.2009, 21:13
Hallo Ulli Brülls
Zitat von Ulli Brülls Tatsächlich betreibt die Boule-Szene die gesamte Maschinerie von Kadersichtungen, Ranglisten, Meisterschaften, Schiedsrichter-Lehrgängen, Doping-Kontrollen etc. als ein großes Spiel im Spiel, mit einem natürlich uneingestandenen Augenzwinkern: "Leute, alles halb so ernst gemeint!" Bisher meinerseits leider nur Versatzstücke als Beitrag
Anmerkungen zum Sprachgebrauch
Funktionalisierte, technisierte Wörter Sprachgebrauch für Sport und Verbandsrealität
Gegen umgangssprachliche Begriffe
Häufig zu beobachten wenn es „menscheln“ soll, Quasi als Entschuldigung frei nach dem Motto aus der flexiblen Wirtschaft und der Welt der Pronomenverwirrung "Wir sind alle Opfer".
In Wirklichkeit heißt dieser Satz jedoch in der „Boule Szene“ meiner Meinung nach:
Tatsächlich betreibt der Petanque-Verband die gesamte Maschinerie von Kadersichtungen,Ranglisten, Meisterschaften, Schiedsrichter-Lehrgängen, Doping-Kontrollen etc. in der Absicht der olypischen Idee und den Vorgaben des DOSB genüge zuleisten
Das alles nur
.Zitat von Ulli Brülls ..... ein großes Spiel im Spiel, sei mit einem natürlich uneingestandenen Augenzwinkern: "Leute, alles halb so ernst gemeint!"ist die menschelnde Verpackung , um die graue Absicht der Leistungs-sport „ideologie“ besser unter die Leute zubringen.
What else is new?
Freundliche Grße
tschelie
Lord Lurchi
26.03.2009, 01:13
Hallo zusammen!
Ob man das Phänomen als Breitensport vs Leistungssport,
Sport vs Spiel, oder Boule vs Pétanque beschreibt, ist aus meiner Sicht für die Ausgangsfragestellung am Ende irrelevant. Alle Zugänge zur Materie scheinen darauf hinzuweisen dass sich möglicherweise ein erheblicher Teil der Spieler/Sportler in der Verbandspolitik nicht wiederfindet.
Gleichwohl sind die Definitionsversuche natürlich im Interesse der Klärung "worüber wir reden" notwendig.
Tatsächlich betreibt der Petanque-Verband die gesamte Maschinerie von Kadersichtungen,Ranglisten, Meisterschaften, Schiedsrichter-Lehrgängen, Doping-Kontrollen etc. in der Absicht der olympischen Idee und den Vorgaben des DOSB genüge zuleisten
Das sehe ich ähnlich.
Auch die Einführung der "Bundesliga" ist nach meinen Informationen dem Bemühen geschuldet vom Establishment der nationalen und Internationalen Sportverbände Ernst genommen und mit Fördergeldern belohnt zu werden. Hand aufs Herz: Im Grunde ist es die alte, modifizierte Vereinsmeisterschaft. "Bundesliga"verkauft sich insbesondere nach Außen (BdI, DOSB) besser, wenn man an die Töpfe will. In der Regel fragt ja niemand, ob der Kaiser eigentlich Kleider trägt. Ähnlich verhält es sich möglicherweise mit den Etiketten "Leistungssport/Athlet" im Zusammenhang mit unserem Sport-Spiel. Ich persönlich kenne niemanden, auf den diese Begriffe tatsächlich zutreffen würden.
Hatten/Haben "wir" ein Doping-Problem? (Aus meiner Sicht wohl eher ein Drogenproblem, -da wir ja nicht außerhalb dieser Gesellschaft stehen). Tatsächlich steht der verbandspolitische Aufwand im Gegensatz zur boulistischen Realität. Ich kenne Trinker, Kiffer und Kokser in der Szene. Allerdings trinken, kiffen und koksen wohl die allermeisten, ob sie spielen oder nicht, und nicht, weil sie sich durch ihr tun einen Vorteil verschaffen wollen. Am Ende jahrelanger Ankündigungen: neue Ämter (Anti-Doping-Beauftragte) und Ordnungen als Roben für den Kaiser; an der Basis die (erleichterte) Feststellung: es darf wieder gesoffen werden.
Ich habe den Eindruck, dass auf der Ebene der Verbände Potemkinsche Dörfer erbaut wurden/werden, die mit der erlebten Realität eines Großteils der Boulisten wenig gemein haben: Entfremdung.
Wie ich bereits schrieb, sehe ich große Mängel u.a. im Bereich Kommunikation/Information. Soweit ich weiß, wird aber das Problem mangelnder Unterstützung längst, - seit Jahren - auch auf der Ebene DPV
beklagt. Insofern sehe ich weder Abhilfe, noch schwant mir für die Zukunft gutes.
Die Idee einer Mitgliederbefragung finde ich grundsätzlich gut. Allerdings, wer soll sie machen, mit welchen Mitteln bei der derzeitigen Arbeitsbelastung???
Ulli Brülls
26.03.2009, 09:11
In den letzten Beiträgen von Tschelie und Lord Lurchi gewinnt die Kritik an der Entwicklung des "organisierten Pétanque" m. E. unangemessene Züge.
Warum wird denen, die in den letzten Jahren (z. B. mit der Bundesliga) den DPV-offiziellen Wettkampfbetrieb weiterentwickelt haben, eine "Leistungssport-Ideologie" unterstellt? - Was eigentlich spricht dagegen, diesen Wettkampfbetrieb so zu organisieren, dass er in die sportförderpolitische Landschaft passt? Und warum wird - wider besseres Wissen - so getan, als sei die Bundesliga nix anderes als die kosmetisch aufgepeppte Vereinsmeisterschaft von ehedem? - Die Bundesliga-Aktiven, die ich kenne, würden da heftig widersprechen.
Ich bleibe dabei: DPV und Landesverbände haben in den letzten Jahren bei der Weiterentwicklung des verbandsoffiziellen Wettkampfbetriebs eine positive Bilanz vorzuweisen. Nicht zuletzt hat die Bundesliga auch bewirkt, dass das Liga-Spiel sein provinzfürstliches Spielmodus-Kuddelmuddel überwunden hat. Heute denken Boule-Spieler/innen zwischen Kiel und Konstanz beim Wort "Liga" an ungefähr dasselbe. Und das ist ein Gewinn nicht nur an der "Spitze", sondern in der Breite: Bei über 900 Liga-Teams, die 2008 DPV-weit am Start waren, dürften dies wohl bei rund 7.000 Lizenzspieler/innen angekommen sein, also bei deutlich mehr als die Hälfte der Gesamtheit.
Natürlich ist es legitim zu sagen, dass einem diese ganze Richtung nicht passt, dass man am liebsten ganz zum ursprünglichen Pétanque-Spiel zurückkehren möchte (gern unter Platanen bei Pastis?). Aber wozu dann überhaupt noch ein Verband? Aber was ist mit den vielen, die an strikt formalisierten Wettbewerbsformen (wie Meisterschaften, DM-Qualis, Ranglistenturnieren etc.) offenbar Gefallen finden?
Ich hatte "Lord Lurchis" Eingangsfrage als Einladung verstanden, einmal etwas grundsätzlicher und vor allem konstruktiv über Aufgaben und Herausforderungen künftiger Verbandsarbeit nachzudenken. Wenn die Debatte jetzt wieder nur die altbekannten Streitfragen (Bundesliga, Anti-Doping etc.) aufwärmen soll, dann wird diese Chance wohl vertan.
(Nachbemerkung für Tschelie. Deine Kritik, ich hätte durch "menschelnden" Sprachgebrauch dazu beigetragen, "die graue Absicht der Leistungssport-Ideologie besser unter die Leute zu bringen", ist leicht gesagt, aber schwerlich zu begründen. Denn wäre es nicht ein Gewinn, Verbandsverantwortliche (und auch wir selbst) würden mal ein wenig den bier-ernsten Schaum vorm Maul beiseite wischen? Und zwar, weil sie und wir begreifen, dass die Organisation von Spielen selbst Teil des Spielens, spielerisches Handeln ist? - Eine Partie Pétanque ist ein Spiel. Ein Pétanque-Turnier fasst viele Spiele zu einem neuen Spiel zusammen. Eine Pétanque-Rangliste fasst viele Pétanque-Turniere zu einem wieder neuen Spiel zusammen ... und so weiter. Nenn' es Meta-Spiel, nenn' es "Spiel im Spiel". Solange Pétanque seinen Amateur-(=Liebhaber)-Charakter behält, spielen wir alle - jener, der gern zu Deutschen Meisterschaften reist, ebenso wie jener, der lieber nach Feierabend im Kreise seiner Freunde zur Kugel greift. Die Grenzen sind fließend, die Gräben nicht tief. Die Einsicht, dass beide "Modelle" mehr verbindet als trennt, könnte eine offene, eine mehr auf Lösungen als auf Vorwürfe zielende Diskussion beflügeln.
Lord Lurchi
26.03.2009, 11:04
Lieber Ulli,
ich bin immer wieder aufs neue erstaunt, wie reflexartig reagiert wird, wenn bestimmte Stichworte fallen. Ich habe den Eindruck, Du packst mich in einen Topf, in den ich m.E. nicht gehöre.
Warum wird denen, die in den letzten Jahren (z. B. mit der Bundesliga) den DPV-offiziellen Wettkampfbetrieb weiterentwickelt haben, eine "Leistungssport-Ideologie" unterstellt? - Was eigentlich spricht dagegen, diesen Wettkampfbetrieb so zu organisieren, dass er in die sportförderpolitische Landschaft passt? Und warum wird - wider besseres Wissen - so getan, als sei die Bundesliga nix anderes als die kosmetisch aufgepeppte Vereinsmeisterschaft von ehedem? - Die Bundesliga-Aktiven, die ich kenne, würden da heftig widersprechen.
Ich bleibe dabei: DPV und Landesverbände haben in den letzten Jahren bei der Weiterentwicklung des verbandsoffiziellen Wettkampfbetriebs eine positive Bilanz vorzuweisen. Nicht zuletzt hat die Bundesliga auch bewirkt, dass das Liga-Spiel sein provinzfürstliches Spielmodus-Kuddelmuddel überwunden hat. Heute denken Boule-Spieler/innen zwischen Kiel und Konstanz beim Wort "Liga" an ungefähr dasselbe. Und das ist ein Gewinn nicht nur an der "Spitze", sondern in der Breite: Bei über 900 Liga-Teams, die 2008 DPV-weit am Start waren, dürften dies wohl bei rund 7.000 Lizenzspieler/innen angekommen sein, also bei deutlich mehr als die Hälfte der Gesamtheit.
Ich kann mich durchaus an Aussagen von Verbandsvertretern erinnern, die den "Breitensport" zur reinen Angelegenheit der Vereine (!) erklärt, und sich selbst als nicht zuständig bezeichneten. Es würde mich freuen, wenn ein Umdenken stattgefunden haben sollte. Wenn ich allerdings auf die HP des DPV schaue, dann wird davon zumindest nichts kommuniziert.
Ich bin keineswegs gegen die "Bundesliga". Und sicher wäre es fahrlässig, wenn man die Chance auf Fördergelder aus nostalgischem Traditionalismus vertun würde.
Das sich die Einführung der Bundesliga allerdings auf die Ligen zumindest in Berlin - auf die mögliche Sondersituation habe ich ja bereits hingewiesen - tatsächlich positiv ausgewirkt haben soll, bestreite ich entschieden. (Das mag in anderen LVs sein, letztlich kann und will ich dies aus der Ferne nicht beurteilen.)
Worum es mir geht: wird durch diesen Anpassungsprozess an die etablierten Sportverbände und Fördertöpfe nicht ein Automatismus an Folgen (Folgeregelungen) in Gang gesetz, der mit der erlebten Realität eines großen Teils der Aktiven - gleich ob 70, oder 90 Prozent) wenig gemein hat?
In der Tat wurden jahrelang (!) für das jeweils nächste Jahr Dopingkontrollen angekündigt. Getan hat sich - aus Gründen die ich durchaus kenne, wie Du weißt viel zu lange nix. Übrigens ebenfalls ohne dass die Gründe ausreichend kommuniziert worden wären, wie ich meine.
Heute gibt es zwar einen Anti-Doping-Beauftragten, gleichzeitig wird an der Basis die Botschaft verbreitet: Es darf auch offiziell weiter getrunken werden.
Läuft da nicht etwas schief?
Ich höre von immer mehr Vereinen, die sich jedes Jahr die Frage stellen, ob sie überhaupt noch "Lizenzen" wollen. Wenn dies nicht auch eine der Berliner Besonderheiten sein sollte, dann wäre dies eine bedenkliche Entwicklung.
Natürlich ist es legitim zu sagen, dass einem diese ganze Richtung nicht passt, dass man am liebsten ganz zum ursprünglichen Pétanque-Spiel zurückkehren möchte (gern unter Platanen bei Pastis?). Aber wozu dann überhaupt noch ein Verband? Aber was ist mit den vielen, die an strikt formalisierten Wettbewerbsformen (wie Meisterschaften, DM-Qualis, Ranglistenturnieren etc.) offenbar Gefallen finden?
Ich hatte "Lord Lurchis" Eingangsfrage als Einladung verstanden, einmal etwas grundsätzlicher und vor allem konstruktiv über Aufgaben und Herausforderungen künftiger Verbandsarbeit nachzudenken. Wenn die Debatte jetzt wieder nur die altbekannten Streitfragen (Bundesliga, Anti-Doping etc.) aufwärmen soll, dann wird diese Chance wohl vertan. [I]
Hier hast du mich sicher gänzlich missverstanden. Ich habe mit keinem Wort gesagt, dass mir die ganze Richtung nicht passt und ich zurück zum Pastis unter die Platane möchte. (Obwohl, nicht nur im Urlaub auch so ein Spielchen seinen Reiz besitzt.)
Im Gegenteil: Ich war und bin seit über zwanzig Jahren für Strukturen, die es allen erlauben ihren jeweiligen Zugang zum Spiel/Sport auszuleben.
Doch während man früher von den Traditionalisten scheel für Begriffe wie "Training" oder "Sport" im Zusammenhang mit Boule angeschaut, ja nahezu geächtet wurde, scheint mir heute, als hätten sich die Verhältnisse um 180 Grad gedreht. Wer heute über Sinn oder Unsinn einzelner Aspekte der Verbandspolitik nachdenkt, wird schnell zum unverbesserlichen Pastis-Trinker abgestempelt. Ich halte solche Etikettierungen für kontraproduktiv.
Wie also könnte eine integrative Politik aussehen?
Wir haben in Berlin beispielsweise damit begonnen, die Urteile des Rechtsausschusses zu veröffentlichen, damit sich jeder/jede ein eigenes Bild machen kann. Hintergedanke: Dem "Gerede" die Basis durch größtmögliche Transparenz entziehen. Dies ist sicher nur ein kleiner Schritt.
Auch wurden die Vereinsvertreter über die Strukturreform auf der letzten LDV informiert. Ein weiterer, kleiner Schritt.
Früher war es zumindest hier so, dass irgendwann eine "Vorgabe" von oben kam, die dann abgearbeitet wurde.Dafür ist übrigens "Berlin" mangels Beteiligung an Verbandstagen u.ä. durchaus auch selbst verantwortlich.
Was könnte man/wir noch tun, um möglichst viele "im Boot" zu halten?
Mir ist dabei durchaus bewusst, dass auch die Aktiven im Verband in Folge der Arbeitsüberlastungen "aus dem letzten Loch pfeifen".
Lord Lurchi
26.03.2009, 11:08
Nachsatz zum vorangestellten Beitrag:
Auf der letzten LDV in Berlin wurde beschlossen, die derzeit unterschiedlichen Webauftritte des LPVB baldmöglichst auf einer neuen, offiziellen HP zu bündeln.
Ein weiterer kleiner Mosaikstein auf dem Weg zu mehr Information, wie ich meine.
Ulli Brülls
26.03.2009, 12:58
Lieber Lord,
tut mir Leid, dass Du Grund gesehen hast, missverstanden worden zu sein. Deine Antwort zeigt: Wir sind uns mindestens (!) insoweit einig, dass weder das eine noch das andere Baby mit dem Bade ausgeschüttet werden sollte. Möglichst viele im Boot zu halten und noch möglichst viele weitere, die das Pétanque-Spiel auf die eine oder die andere Weise mögen, mit ins Boot zu holen - das wäre schon mal eine Maßlatte, an der sich Vorschläge für die Verbandsarbeit und die aktuelle Verbandsarbeit selbst messen lassen könnten.
Ich werfe mal ein zwei banale Punkte auf den Tisch:
1. Warum veröffentlichen und bewerben etliche Landesverbände Turnier-Termine nur dann, wenn sie zum hochoffiziellen Wettkampfprogramm gehören? - Wäre es nicht eine gute Geste, hier künftig anders zu verfahren und das Super-Mêlée-Fun-Turnier ganz selbstverständlich in eine Reihe mit dem lizenzpflichtigen RL-Turnier zu stellen? Als nützlicher Service für Vereine und Aktive, aber auch als Signal, dass das eine so legitim und wertvoll ist wie das andere?
2. Warum kreiert kein Landesverband von sich aus eine offene "Wilde Liga"? Ohne Lizenzpflicht, ohne Terminfesselung an die Bundesliga, ohne erhobenen Zeigefinger in Sachen Fluppe und Pastis? - Ich bin sicher, manches Vereinsteam aus den Kreisligen würde sich - wenn es die Wahl denn hätte - dafür entscheiden. Liga gern, aber lieber locker ... das höre ich häufig. Will man sich erst bewegen, wenn solche Formen in Opposition zum Verband entstehen?
Dass solche Anregungen manchem Amtsinhaber die Nackenhaare kräuseln dürften, hat vermutlich und leider auch etwas mit Mentalitäten zu tun, die offenbar überall ins Kraut schießen, wo in Deutschland Menschen zu "Vorsitzenden", "Präsidenten" etc. gemacht werden Zum Beispiel die Kontrollmentalität, derzufolge ein Verband sich nur um das kümmern könne, was bis auf das letzte i-Tüpfelchen in den "Ordnungen" geregelt ist, also auch kontrollierbar ist. Freiräume, Spielwiesen, Wildwuchs - als organischer Dünger für lebendige und vielfältige Entwicklungen im Verband - haben da natürlich keinen Platz. Vielleicht wäre schon viel gewonnen, wenn die Vorstände nicht mehr Vorstände, sondern Service-Büros und die Präsidenten Leiter des Service-Büros heißen würden. Denn in Wirklichkeit geht es weniger ums (präsidiale) Regieren als ums blöde Dienen: Mithilfe des Verbands, den sie bilden, delegieren die Vereine bestimmte Aufgaben an ein zentrales Arbeitsgremium. Vieles lässt sich nun mal nur (oder zumindest: besser) zentral erledigen, z. B. die Veranstaltung von Meisterschaften, die Erarbeitung und Veröffentlichung von Spielregeln etc. Um Missverständnissen vorzubeugen: Hier werden nicht Menschen kritisiert, die sich bereit erklärt haben, solche Aufgaben zu übernehmen und dafür ihre Zeit zu opfern. Kritisiert werden sollte aber die Idee, dass Amtsinhabern mit ihren besonderen Pflichten auch besondere Rechte zuwachsen, zum Beispiel das üblicherweise beanspruchte Recht, Informationen für sich zu behalten. Etwas so Selbstverständliches wie die verbandsinterne Veröffentlichung von Beschlussprotokollen der Vorstandssitzungen wird von einigen Landesverbänden (z. B. Nord) inzwischen praktiziert. Mein Antrag, dies auch im NPV so zu handhaben (klar: unter Berücksichtigung von DAtenschutzbelangen, wo's um Personen geht), stieß auf unserer MV im Februar auch bei den meisten Vereinsvertretern nur auf Kopfschütteln.
Defizite im Bereich Kommunikation/Information, die Du, lieber Lord, beklagst, sind also nicht immer nur den Amtsinhabern anzulasten. Auch in den Vereinen gibt's offenbar noch sehr unterschiedliche Vorstellungen darüber, was zu einer modernen, demokratischen Verbandskultur beiträgt - und was nicht.
Klaus K.
26.03.2009, 15:35
Hallo euch allen vor der Braun'schen Röhre!
Zunächst ein Zitat:
Im zunehmenden Reifeprozeß der Athlet(inn)en wird Beratung an Bedeutung gewinnen, die Betreuung und zum Teil auch die Bewertung ihren Stellenwert mindern (müssen). Wenn unbedingtes Handeln gefordert ist und wenn sich das ein von Coach-Seite notwendiges Eingreifen aufgrund der Gesamtbeurteilung der Situation aufdrängt, wird wiederum Intervenieren und Bewerten an Priorität zulegen. Überhaupt sind diese eingreifenden Maßnahmen immer dann angezeigt, wenn Athlet(inn)en - aus irgendeinem Grund heraus - nichtt (mehr) in der Lage sind, selbständig und aus eigener Kompetenz das Ruder herumzuwerfen.
Beratung erweckt im Alltagsverständnis den Anschein, die gleichberechtigste Dialogform in der Partnerschaft zwischen Athlet/in und trainer/in zu sein. Betreuung hat bereits etwas Fürsorgliches und dadurch auch etwas Ungleichgewichtiges an sich, daß zudem eine bestimmte Bevormundung ausdrücken könnte. Beim Intervenieren kann wohl auch ein militärisch-akzentuiertes Eingreifen erkannt werden, was die Athlet(inn)en autoritär fremdbestimmt. S.16f
Aus: Coaching oder die Kunst der Leistungsentfaltung im (Wettkampf-) Augenblick. Von Prof. Arturo Hotz, in: Trainerbrief 03/2001 vom Verband Deutscher Tischtennistrainer e.V.)
Vielleicht kann der Text, können die Textaussagen parallel zur Entwicklung des organisierten deutschboule gelesen werden. So wie richtiges coachen nur möglich ist auf der Basis richtigen trainierens, ist die Zielrichtung richtigen coachens die Herausbildung und Entwicklung eines mündigen Sportlers, der Wettkampfsouverän wird.
Eine alte Kritik von mir an der Entwicklung des organisierten deutschboule ist die Beratungsresistenz, ja Beratungsfeindlichkeit von Funktionsinhabern und Vereinen und SpielerInnen (oder auch in umgekehrter Reihenfolge!).
Leute schmeißen mit Kugeln in der Öffentlichkeit, noch ganz urlaubstrunken. Prima. Mehr Leute tun das. Superprima. Entwickeln ein Bedürfnis nach ORGANISATION. Mehr Organisation. Vernetzen sich. Alles gut.
1. Problem: WIE WEITER? An was orientieren wir uns? (Bewußt. Unbewußt?)
2. Problem: Orts -, Landesverbände entstehen. Ein Bundesverband wird gegründet.
Nach welchen Vorstellungen? Nach welchen Beispielen? Wie werden die ausgewählt?
3. Problem: Nach welchen Organisations - Orientierungen wird verlangt? Wie wird diskutiert, wie soll der angefangene Prozeß fortgesetzt werden?
!!! Hat man sich beraten lassen? Bei wem? Hat man sich Hilfe geholt? Bei wem? Hat man "hospitiert" bei verschiedenen Sportverbänden? Hat man das gewollt? !!!
5. Problem: deutschboule will SPORT werden. Super! Wie aber wird man Sport?
!!! Hat man sich beraten lassen? Bei wem? Hat man sich Hilfe geholt? Bei wem? Hat man "hospitiert" bei verschiedenen Sportverbänden? Hat man das gewollt? !!!
6. Problem: War das Basis-Mitglieder getragen? Wie war der Vorlauf? Wurde diesem >Prozeß genügend ZEIT eingeräumt? Was wurde besprochen? Hat man sich - kritisch - beraten lassen? Wollte man nur "kopieren" oder hat man sich um eigenständige Varianten gekümmert? Im Bewußtsein der Besonderheit des in Augenschein genommenen französischen Pétanque? Wurden - mögliche - KONSEQUENZEN bedacht?
7. Problem: Jetzt haben wir den Salat? Sind weder organisatorisch noch manpower-mäßig noch finanziell in der Lage, SPORT zu sein? Müssen eine Spaltung befürchten, aus objektiven Gründen, wg. des Mißverhältnisses von Geldverteilung und Mehrheitsbedürfnissen? Eines grotesken Mißverhältnisses von Jugend und Alter in unserem Verband, egal, von welcher Seite man sich die Alterspyramide ansieht? Wenige (Jugend) können leicht integriert werden von Vielen (Ältere&Alte); umgekehrt gibt es Probleme vielfältigster Art, noch dazu, wenn, wie zur Zeit, alles was älter als 25 Jahre ist, aus dem Kader - und damit dem - attraktiven - Leistungssportbereich (internationale Auftritte!), ohne Konzeption/Begründung, allein durch "brutale" "wir machen das einfach so!" Ausgrenzungspolitik des Bundesverbandes tatsächlich ausgegrenzt wird. Zudem: (fast) ohne Beispiel in der internationalen Szene des Pétanque.
Es muß hier weiter darauf hingewiesen werden, daß es dem "DPV" gelungen ist, SPORT zu werden allein durch SCHEIN, durch nachahmen leistungssportlicher Organisationsformen und Rituale anderer Sportarten (Kader, Auswahl, Kleidung, Trainer, ect.). Es fehlt die Substanz von Sport: Breitester Trainingsbetrieb auf der Basis von Bewegungs - und Trainingslehre(n)! DAS ist wirklich ein gelungener Coup. Die Errichtung eines "astreinen" Potemkinschen Dorfes! Eine Farce ohnegleichen und - zum Schaden der Sportler und des Sports.
Der "DPV" trat auf als Negativ-Coach.
Unbestritten ist, dass Coaches mit autoritativem Führungsstil eine bestimmte Abhängigkeit der Athlet(inn)en nicht ganz ungern haben. Für diesen Trainer(inn)en Typ kann sogar die mündige Eigenständigkeit der Athlet(inn)en eine Bedrohung der Machtentfaltung sein!
Arturo Hotz, siehe oben, S.17. (Hervorhebungen durch mich, K.K.)
Klaus K.
26.03.2009, 16:31
Zwischenmusik
Herzlichen Dank an Herrn Prof. Dr. Reinhard Kopiez für den Hinweis auf dieses Buch!
Verstimmte Stücke werden nur von wenigen Personen bemerkt/Musik wird zurechtgehört
Wenn ein Sänger bei DSDS die Töne nicht so genau trifft, muss er sich darüber keine Sorgen machen: wie Musikpsychologen der Hochschule für Musik und Theater Hannover gezeigt haben, bemerken bei der Frage "Was fällt Ihnen auf?" nur zehn Prozent der normalen Hörer die Verstimmung, wenn Melodie und Begleitung eines Stücks einen Halbton oder Ganzton außeinander liegen. Selbst bei Musikexperten liegt der Prozentsatz nur bei knapp 50 Prozent. Das Musikhören scheint demzufolge auch durch "Zurechthören" bestimmt zu werden, wobei falsche Töne unbewusst vom Hörer korrigiert werden. Eine beruhigende Botschaft für alle stimmlich nicht sattelfesten "Superstars".
Weiter auf: <http://caliber.ucpress.net/doi/abs/10.1525/mp.2009.26.4.321>
Aus: The InfoNutrient Sampler 040/26.03.09
Verstimmte Stücke werden nur von wenigen Personen bemerkt/Musik wird zurechtgehört
Vermutlich bzw. ziemlich sicher gilt das für alles, was dem Gehirn vor die Flinte kommt.
Bei Personen in der Wirkung sicher häufig angenehm!
Bei Organisationen eher nicht!
Das Problem besteht also darin, sich nicht vom - harmonisierenden - Gehirn in die Irre führen zu lassen, den kritischen Geist, so noch vorhanden, gänzlich aufzugeben.
Wie der Text belegt, fallen ALLE darunter. WIE man das GANZE von einer Person oder einem Musikstück oder einer Organisation oder einem Staat betrachtet, hängt aber mit Sicherheit zusätzlich auch von der POSITION ab, die man einnimmt. Günter Grass beschreibt dies sehr plastisch in der Blechtrommel: `Es mache einen Unterschied aus, sagt Oskar Matzerat, ob man auf der Tribüne sitze oder vor der Tribüne stehe!` > Kurt Tucholski schreibt: "Der Alptraum der Deutschen, vor dem Schalter zu stehn. Die - größte - Sehnsucht: hinterm Schalter zu sitzen."
Chefnähe im Kleinbetrieb schüchtert ein. Chefferne im Großbetrieb macht stark und Gewerkschaften und Betriebsräte und ... dpv?
tschelie
27.03.2009, 04:39
Denn wäre es nicht ein Gewinn, Verbandsverantwortliche (und auch wir selbst) würden mal ein wenig den bier-ernsten Schaum vorm Maul beiseite wischen? Und zwar, weil sie und wir begreifen, dass die Organisation von Spielen selbst Teil des Spielens, spielerisches Handeln ist? - Eine Partie Pétanque ist ein Spiel. Ein Pétanque-Turnier fasst viele Spiele zu einem neuen Spiel zusammen. Eine Pétanque-Rangliste fasst viele Pétanque-Turniere zu einem wieder neuen Spiel zusammen ... und so weiter. Nenn' es Meta-Spiel, nenn' es "Spiel im Spiel". Solange Pétanque seinen Amateur-(=Liebhaber)-Charakter behält, spielen wir alle - jener, der gern zu Deutschen Meisterschaften reist, ebenso wie jener, der lieber nach Feierabend im Kreise seiner Freunde zur Kugel greift. Die Grenzen sind fließend, die Gräben nicht tief. Die Einsicht, dass beide "Modelle" mehr verbindet als trennt, könnte eine offene, eine mehr auf Lösungen als auf Vorwürfe zielende Diskussion beflügeln.
Hallo liebe Leser,Hallo Ulli Brülls
Für mich ist und bedeutet Petanque Sport eine andere Realität als Petanque Spiel.
Alles was oben unter Spiel beschreiben wird, ist Spiel –Realität, wenn anstelle Spiel das Wort Sport gesetzt wird, bekommt das ganze eine andere Realität , und genau diese organisiert der DPV.und die ihm angeschlossenen sogenannten Landesfachverbände. Zumindest geben sie dies in ihren programmatischen Schriften. so an.. Ob dieses Verhalten oder die Beschlüsse dies zu tun ein „Gewinn oder Verlust „ ist / waren, könnte und sollte untersucht werden. Unabhängig davon äußern wir unsere Meinungen dazu. angemessen /unangemessen .Mit der Erlaubnis von Ulli Brülls ? bzw. der von Golfer?(smile) Verbandsverantwortlichen(welchen?) etwas sagen zu wollen überlasse ich im Augenblick gerne Ulli Brülls. Bezüglich dem Bier- Schaum vor dem Mund bzw. meiner „Maul-tasche“, bin ich gerne bereit diesen Ernst -Schaum beiseite zuwischen, wenn wir(Ulli Brülls und ich) uns gerne auf einem Turnier des Grand Prix d Allemagne treffen
Frage: darf es auch ein Ricard unter einem Sonnenschirm von heute, anstelle eines Pastis unter den Platanen von damals sein?
Frühe morgens Grüße
Tschelie
tschelie
27.03.2009, 04:58
2. Warum kreiert kein Landesverband von sich aus eine offene "Wilde Liga"? Ohne Lizenzpflicht, ohne Terminfesselung an die Bundesliga, ohne erhobenen Zeigefinger in Sachen Fluppe und Pastis? - Ich bin sicher, manches Vereinsteam aus den Kreisligen würde sich - wenn es die Wahl denn hätte - dafür entscheiden. Liga gern, aber lieber locker ... das höre ich häufig. Will man sich erst bewegen, wenn solche Formen in Opposition zum Verband entstehen?
Hallo zusammen
meines Wissens unternimmt dies z.b. der LV Saarland schon seit einiger Zeit.
Dies im Widerspruchzum DPV .Deshalb ist auf drängen des DPV-Präsidium ein Verfahren gegen den LV-Saarland angekündigt.
Solidarität in dieser Sache von anderen LVs?
Antwort: Keine!
Grüße
Tschelie
Ps.
orgnisatorisches zu DPV
Strukturreform
warten wir das Protokoll ab
zukünftig werden die Landesverbände ,unter fortschreitender Aufgabe ihrer föderalen Rechte ,die "ausgeblasenen Ostereier" sein die "am langen Ast" des DPV bemalt mit Landes- Insignien lustig im Wind des neuen Hauptausschusses schaukeln
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