Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Frage Regelfragen
Ratzfatz67
22.09.2008, 23:13
Die erste Mannschaft hat regelgerecht die Sau geworfen. Die erste gespielte Kugel zieht die Sau über 10 Meter. Kann jetzt die zweite Mannschaft, wie sonst auch sobald sie erstmalig dran ist, die Lage der Sau reklamieren und auf einen neuen Anwurf bestehen?
Ich würde sagen: Nein!
...wenn die Zielkugel markiert war und sich bei einem womöglichen Nachmessen herausstellt, dass die Zielkugel tatsächlich regelgerecht ausgeworfen wurde.
Wie es sich jedoch verhält wenn sie nicht markiert war...hm. Es könnten dann jedenfalls Diskussionen losgehen, dass sie nicht regelgerecht ausgeworfen worden sei. Die zweite Mannschaft hat ja theoretisch bis vor dem Wurf ihrer ersten Kugel das Recht nachzumessen.
Ergänzung/Nachtrag: Artikel 22 widerspricht dem jedoch:
Um jede Anfechtung zu vermeiden, müssen die Spieler die Kugeln und die Zielkugel markieren. Keinesfalls ist eine Reklamation bezüglich der Kugeln oder einer Zielkugel erlaubt, die nicht markiert waren. Der Schiedsrichter kann dann nur die neue Lage der Kugeln oder der Zielkugel auf dem Spielgelände feststellen.
Dagegen bleibt eine Kugel, die durch eine andere Kugel aus dem eigenen Spiel bewegt wurde, an dem neuen Platz liegen.
Irgendwie schließen sich diese beiden Regeln aus. Der Wurf der ersten Kugel stellt hier somit einen Spezialfall dar. Aber ich denke, hier greift dann grundsätzlich Art. 22, dass der Wurf also als regelgerecht angesehen werden muss, da die Zielkugel ja durch eine Kugel der Aufnahme bewegt wurde...
boshendal
23.09.2008, 01:25
Hallo Pixi,
ich kann keinen Widerspruch in dem von dir eingefügten Zitat des Regelwerkes finden.
Eine Kugel die durch eine andere des eigenen Spiels bewegt wurde ist zum Beispiel eine Geschossene. Klar bleibt die da liegen wo sie hingeschossen wurde.
Zum Thema des regelgerechten Zielkugelwurfes stellt sich die Frage, ob der regelgerechte Zielkugelwurf allein schon gültig ist, oder ob beide Teams das Recht haben solllen, ihre jeweils erste Kugel auf die regelkonforme Länge spielen zu können.
Das internationale Reglement gibt nur eines her:
Erst wenn der Gegner ebenfalls eine Kugel gespielt hat, ist der Zielkugelwurf definitiv akzeptiert. Zuvor hat der Gegner das Recht die Lage der Zielkugel zu beanstanden
Der Schiedsrichter kann bei markierter Zielkugel die ursprüngliche Distanz messen und ohne Markierung zählt nur die neue Position.
Klartext: Team A legt die Zielkugel auf 9,90m und zieht mit der ersten Kugel die Zielkugel auf 10,10m. Team B kann auf Neuaufnahme bestehen oder durch weiterspielen den Vorgang hinnehmen.
Die Frage von Ratzfatz kann so mit einem JA benatwortet werden.
Grüße
Peter
Ratzfatz67
23.09.2008, 09:44
Also um das zusammenzufassen:
Es gilt in jedem Fall der Punkt an dem die Sau zunächst lag.
- Wenn Sie nicht markiert war, dann könnte die 2. Mannschaft reklamieren, sofern der Punkt in irgendeinerweise strittig war - bzw. bei bösem Willen immer.
- Wenn Sie markiert war, würde bis zum markierten Punkt gemessen. Dass die erste Kugel die Sau auf z.B. 12m geschoben hat, ist unerheblich.
Danke für die einleuchtenden Antworten!
:daumen:
Was lernen wir daraus? SAU MARKIEREN
OOSTERMANN
23.09.2008, 12:27
Hallo Boshendal,
so sieht es aus :thumb:
Bei den beiden von Dir beschriebenen Möglichkeiten (markiert, nicht markiert) "schiedse" ich genau so!
Klaus K.
23.09.2008, 16:06
Artikel 8 – Gültiger Zielkugelwurf
(...)
Wenn nach dem Wurf der Zielkugel eine erste Kugel gespielt ist, hat der Gegner noch das Recht, die Lage der Zielkugel
zu beanstanden. Wird die Beanstandung für zulässig erkannt, so wird die Zielkugel erneut geworfen und die Kugel erneut
gespielt.
(...)
Zum Thema des regelgerechten Zielkugelwurfes stellt sich die Frage, ob der regelgerechte Zielkugelwurf allein schon gültig ist, oder ob beide Teams das Recht haben solllen, ihre jeweils erste Kugel auf die regelkonforme Länge spielen zu können.
Zitat: boshendal
Mir scheint, hier existiert ein LOCH im Reglement. Es ist den Bestimmungen nicht klar zu entnehmen, ob im Falle einer regelgerecht ausgeworfenen und markierten Zielkugel diese, beabsichtigt oder nicht, vom jeweils anwurfberechtigten Spieler "gezogen" werden darf oder nicht. Genauer: durch einen Wurf (ob Leger oder Schuß) aus ihrer Position gebracht werden darf.
Das war die Ausgangsfrage, und sie ist bisher nicht beantwortet worden.
Die Markierung bedeutet zunächst lediglich, daß die Entfernung der ausgeworfenen Zielkugel bei Beanstandung nachgemessen werden kann.
Unabhängig davon aber geht es ja darum, ob mit der ersten geworfenen Kugel deren Lage verändert werden darf. (Im allgemeinen geht es immer um die maximale Distanz von 10m.)
Da dieses Problem des öfteren vorkommt, sollte ein Experte für Reglementsfragen hierzu Stellung nehmen, wie ja schon in anderen Fällen geschehen.
Hallo Pixi, der von dir zitierte Artikel ist die Nummer 21.
boshendal
23.09.2008, 22:57
Guten Abend,
zumindest im Regelwerk kann ich kein Loch diesbezüglich entdecken.
Artikel 9 Absatz 3 beschreibt die Grenzen, innerhalb derer sich die Lage der Zielkugel verändern darf.
Also darf die Lage der Zielkugel durch eine gespielte Kugel verändert werden, auch mit der ersten Kugel.
Die eine Sache ist der regelkonforme Zielkugelwurf und die andere Sache der Kugelwurf. Ist die Zielkugel regelkonform geworfen, bezieht sich eine mögliche Reklamation nicht auf den Wurf der folgenden Kugel sondern auf den Wurf der Zielkugel !
Gruß
Peter B
Leuchtenburg
24.09.2008, 12:35
Die Aussagen von Boshendal sind korrekt. Da das Sau-Ziehen ein regelkonformer Spielzug ist und nirgends im Regelwerk eine Einschränkung für die erste Kugel festgehalten ist, sind die Zweifel von K.K. unberechtigt.
Und nocheinmal unter der Berücksichtigung, dass die geworfene Sau markiert war, denn ein Schiedsrichter kann nur dann durch nachmessen die gültige Entfernung der Sau feststellen.
Klaus K.
24.09.2008, 14:14
Ach wie schön das nun alle Zweifel ausgeräumt sind!
Ich wollte nur verweisen auf die Tatsache, wie ja auch von boshendal angegeben als Frage: oder ob beide Teams das Recht haben solllen, ihre jeweils erste Kugel auf die regelkonforme Länge spielen zu können., daß sehr viele deutschbouler genau in diesem Punkt verunsichert sind (mich eingeschlossen!) und eine Aufklärung über diesen Punkt sehr hilfreich wäre.
Mir ist dazu noch eingefallen, daß so gut wie Nie ein Sauziehen mit der ersten Kugel moniert wird oder Proteste auslöst, wenn die Sau innerhalb der Anwurfdistanzen verbleibt.
Die Wirklichkeit ist nichts als eine kollektive Vermutung. Lily Tomlin
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