Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie gründet man einen neuen Verband?
Referent Freilosen
10.11.2008, 13:50
Geht das überhaupt? Meines Wissens nach gibt es 5 Box-Weltverbände und zwei Dart-Weltverbände. Aber ist es auch möglich, einen zweiten nationalen deutschen Verband unter dem Dach des FFPJP zu gründen?
Würde mich mal ganz unverbindlich :biggrin: interessieren. Sind irgendwelche Juristen mit Ahnung in Verbandsrecht hier anwesend?
Ich hätte auch schon einen Namen: DBV (Deutscher Boule Verband)
boulespiel
10.11.2008, 14:00
Geht das überhaupt? Meines Wissens nach gibt es 5 Box-Weltverbände und zwei Dart-Weltverbände. Aber ist es auch möglich, einen zweiten nationalen deutschen Verband unter dem Dach des FFPJP zu gründen?
Würde mich mal ganz unverbindlich :biggrin: interessieren. Sind irgendwelche Juristen mit Ahnung in Verbandsrecht hier anwesend?
Ich hätte auch schon einen Namen: DBV (Deutscher Boule Verband)
Hallo
warum eigentlich nicht .Auf jedenfall bitte den Namen für website etc schützen
unter dem Dach des FFPJP alles eine Frage von möglichen Mitglieder und Geld
die Nafa lebt
belmann26
boulespiel
10.11.2008, 15:04
Hallo liebe Leser
Vorallem wäre zu fragen welcher Landesverband wäre mit dabei
und welche Vereine und auch Spielgemeinschaften und welche talentierte und bekannten Boulespieler.
Also: Im Gegensatz zu der Satzung des DPV , sollten müßten könnten
folgende "Entitäten" Mitglieder werden
einzelne schon bestehende Landesverbände? welche ?
(ein besser zwei sollten den Anfang machen)das könnte schon genügen.Namen?: Berlin ,Bayern, Saarland, Nord???
und BaWü am Scheideweg?
die Hessen bekommen eh wieder Koch :Pardon ! smile
einzelne Vereine (welche vom Verbandsgeschehen die Nase voll haben, aber auch Verein die geren im alten wie im neuen Verband mitglied sein wollen)
Spielgemeinschaften(warum nicht ,falls der Verband gemeinnützig wäre , dürften sie nur kein Stimmrecht haben ,dies wegen Finanzamt auflagen)
einzelne Personen (so auch Unterzeichner der Durmersheimer Erklärung)
andere juristische Personen(warum nicht Stimmrecht siehe oben Finanzamt)
Turnierveranstalter(da könnte ich mir wie schon einige vorstellen?)
soviel vorerst
grüße
boulespiel
Klaus K.
10.11.2008, 18:52
Ganz einfach! Indem man es tut. Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt. Der liebegott hat für die menschenwelt auch 2 Anläufe gebraucht. Mindestens. Damals wurde ja auch nicht gleich alles weitererzählt. - Vielleicht unter dem Namen VDR: Verband Deutscher Rollerballer :nene:
Ich wäre allerdings nicht dabei. Eine Demokratie zeichnet sich dadurch aus, daß die Regierungsgeschäfte jederzeit auch von der Opposition geführt werden können. (Niklas Luhmann)
Es ist schon spannend zu sehen, daß die TEMPERATUR steigt im Verbandsgefäß. Es ist - LEIDER - mal wieder die Bestätigung der alten Erkenntnis: Die Herren machen das selber, daß der gemeine Mann ihnen Feind wird. (Thomas Müntzer, z.Z. der Bauernkriege)
Schaun mer mal, ob's wieder nur ein Lüftchen im Wasserglas bleibt oder ob WIND in die Angelegenheit kommt.
Klaus K.
10.11.2008, 19:17
Also, wie gesagt, ICH bleibe hier, im DPV. -
Habe mal beim Googler reingeschaut, was der so im Angebot hat, und siehe da! Unter:
http://www.google.de/search?hl=de&q=Wir+gr%C3%BCnden+einen+Gegenverband+zum+Bestehen den&btnG=Google-Suche&meta=
Wir gründen einen Gegenverband zum Bestehenden
gibt es immerhin 52 Einträge, die realitätsträchtige&realitätsmächtige Aktionen anzeigen.
Z.B.: Willkommen bei beachvolleyball-ratingen.de - Aktuell 2006
Spaltung im Volleyball - Kritiker des umstrittenen Weltverbands-Chefs Ruben Acosta wollen Gegenverband gründen tagesspiegel.de - 28. September 2006 ...
www.beachvolleyball-ratingen.de/aktuell_2006.htm - 350k -
Ich halte es aber damit, Konflikte zu benennen und auszutragen anstatt wegzulaufen. Motto: auch die nächste schöne Tochter hat irgendwo einen Buckel versteckt!
Hallo Klaus,
neuer Verband oder neuer Verein ?
Klaus K.
11.11.2008, 00:25
Hallo Hermann!
Weder - noch! Sind alles nur Gedankenspiele. DU weißt ja: die Gedanken sind frei.
Liebe Grüße, Klaus
Klaus K.
11.11.2008, 11:50
Eine weitere Idee, die keine Originalität mehr beanspruchen kann, wäre: machen wir es auf internationaler Ebene. Immerhin gibt es den Weltmarkt schon seit mindestens 5000 Jahren. Eine Vernetzungsebene, die zugleich lokal, regional, national und global installiert wird und selbstorganisationsförmig organisiert ist. Ein bewußt eingerichtetes emergentes System, indem Hierarchie nicht mehr stattfindet. Vorbilder wären vielleicht die NROs (Nichtregierungsorganisationen), das Gehirn, das I-net in der freien Form, die Körperorganisation, etc.
linie1455
11.11.2008, 12:42
Hallo Klaus,
wie können wir der Gefahr, in die selbe Jauchegrube zu fallen,
verhindern?
Macht macht macht!
Gruß Peter
linie1455
11.11.2008, 12:55
Danke Wiki,
Definitionen
Max Weber (http://de.wikipedia.org/wiki/Max_Weber) definiert um 1919 den „Verband im soziologischen (http://de.wikipedia.org/wiki/Soziologie) Sinne“ wie folgt:
„Verband soll eine nach Außen regulierend beschränkte oder geschlossene soziale Beziehung (http://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Beziehung) dann heißen, wenn die Innehaltung ihrer Ordnung garantiert wird durch das eigens auf deren Durchführung eingestellte Verhalten bestimmter Menschen: eines Leiters und, eventuell, eines Verwaltungsstabes (http://de.wikipedia.org/wiki/Verwaltungsstab), der gegebenenfalls normalerweise zugleich Vertretungsgewalt (http://de.wikipedia.org/wiki/Vertretungsmacht) hat.“
– Wirtschaft und Gesellschaft, Kap. 1, § 12
Ferdinand Tönnies (http://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_T%C3%B6nnies) sieht 1931 die „sozialen Verbände“ als diejenige „soziale Gestalt“, die diese am vollkommensten [darstellen], indem sie am klarsten für das Bewußtsein ihrer eigenen Mitglieder eine willens- und handlungsfähige Einheit, also insoweit eine dem einzelnen Menschen gleichartige Person, darstellen, markanter als die beiden anderen tönniesschen sozialen Gestalten (die „sozialen Verhältnisse“ und die „sozialen Samtschaften (http://de.wikipedia.org/wiki/Samtschaft)“) das vermögen. (Einführung in die Soziologie, 2. Buch, §§ 5,12)
Damit wird analytisch das Problem des „kollektiven Akteurs (http://de.wikipedia.org/wiki/Akteur)“ (James Samuel Coleman (http://de.wikipedia.org/wiki/James_Samuel_Coleman)) fundiert, das bei Tönnies und Coleman immer von einzelnen sozialen Akteuren ausgeht, die sich ihre Verbände schaffen.
[B]Ausbau des Konzeptes bei Max Weber [Bearbeiten (http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Verband_(Soziologie)&action=edit§ion=2)]
Ein Verband kann bei Weber
autonom (http://de.wikipedia.org/wiki/Autonomie) oder heteronom (http://de.wikipedia.org/wiki/Heteronomie), sowie
autokephal (http://de.wikipedia.org/wiki/Autokephalie_(Soziologie)) oder heterokephal (http://de.wikipedia.org/wiki/Heterokephalie) sein.
Des Weiteren unterscheidet er untergliedernd zwischen
Verein, einem vereinbarter Verband, dessen gesatzte Ordnungen (http://de.wikipedia.org/wiki/Satzung) nur für die Kraft persönlichen Eintritts Beteiligten Geltung beanspruchen – rechtlich Verband (http://de.wikipedia.org/wiki/Verband_(Recht)) genannt
Anstalt, einem Verband, dessen gesatzte Ordnungen innerhalb eines angebbaren Wirkungsbereiches jedem nach bestimmten Merkmalen angebbaren Handeln (relativ) erfolgreich oktroyiert werden – rechtlich die Selbstverwaltungskörperschaft (http://de.wikipedia.org/wiki/Selbstverwaltungsk%C3%B6rperschaft)
Klaus K.
11.11.2008, 13:02
Ganz einfach, Peter, indem man Hierarchie als Organisationsprinzip weitestgehend abschafft. Hierarchie ist ein altes mentales herrschaftssicherndes Konstrukt, das sich nicht bewährt hat und außerdem mit Demokratie nicht vereinbar ist. Besonders bei uns, wie der Schweizer Journalist Frank A. Meyer erst am Sonntagabend im zdf nachstudio: Zumutung Demokratie?, anmerkte, ist Demokratie als Substanz, als allgemeiner gesellschaftlicher Regelungsmechanismus, noch nicht anerkannt. Im Gegenteil. Immer wieder wird in geradezu atavistischer weise nach "starken" Männern und, neuerdings, auch Frauen, gerufen. Nach MACHTWORTEN. Nach mit der Faust auf den Tisch schlagen. Wird Geheimhaltung als oberstes Gebot betrachtet, wie aktuell beim dpv. Der sogenannte Schulterschluß gilt als der Weisheit letzter Schluß. Sich nur keine Blöße geben. Nur nicht streiten, heißt die Devise.
Da ist nichts begriffen. Demokratie bindet alle ein. DAS verhindert Machtkonstellationen. Dazu gehört als Basis soziale Sicherheit für alle (die REICHEN besitzen sie doch schon, oddr?), freie Information für freie Mitglieder, Bildung, Wissen, Muße!!! -
Unten ein paar aktuelle Beispiele dafür, daß in Krisenzeiten offenbar Hierarchie aufgegeben werden kann, daß KREATIVITÄT überall möglich ist und man alle Gesellschaftsangehörige einbinden kann, wenn man will, und das flache Hierarchien als Übergang möglich sind in Form von Netzwerken etc.
http://www.fr-online.de/in_und_ausland/sport/aktuell/1627721_Alle-Macht-geht-vom-Volke-aus.html
Fortuna Köln
Alle Macht geht vom Volke aus
VON DANIEL THEWELEIT
Sönke Wortmann ist gerade für einige Wochen in Marokko gewesen. Er hat dort den neuen Film "Die Päpstin" gedreht, und in seiner freien Zeit hat er sich oft im Internet herumgetrieben. Auch bei seinem Projekt deinfussballclub.de (DFC) hat er regelmäßig vorbeigeschaut und in den Foren die Stimmung der 10 700 Mitglieder zählenden Community sondiert. Ursprünglich war geplant, bis zum kommenden Sommer 30 000 Menschen dazu zu bewegen, jährlich 39,90 Euro zu bezahlen - dafür dürfen diese Menschen die Macht bei Fortuna Köln übernehmen. "Aber jetzt habe ich eine immer größere Lust bei mir beobachtet, nicht länger zu warten", sagte der Filmemacher am Montag im engen Klubheim der Fortuna. Deshalb wird das Projekt schon im Februar 2009 gestartet. Egal wie viele Leute sich bis dahin angemeldet haben.
Aktuell
http://www.fr-online.de/in_und_ausland/sport/aktuell/1627727_Ein-Netz-fuer-den-Behindertensport.html
Ein Netz für den Behindertensport
Der Verein "Special Olympics in Hessen" will auf regionaler Ebene die Idee der weltweiten Integrationsbewegung weiterführen und verbreiten
VON OLIVER KAUER-BERK
Die Special Olympics wachsen. Da die Teilnehmerzahlen an den Wettkämpfen der weltweiten Sportbewegung für geistig und mehrfach behinderte Menschen stetig steigen, "müssen langfristig Vorentscheidungen auf Landesebene fallen", erklärt Michael Stenzel, wieso es seit März 2006 einen Verband namens "Special Olympics in Hessen" gibt. Stenzel, 34, ist der Vorsitzende.
Ein weiterer Grund für die regionale Entfaltung ist das Fehlen von Vereinsstrukturen für den Sport von Menschen mit einem geistigen Handicap. Unter den 200 Mitgliedern von "Special Olympics in Hessen" finden sich zuvorderst Einrichtungen wie Werkstätten, Wohnanlagen oder Schulen. 1968 in den USA gegründet, sind die Special Olympics heute weltweit zu Hause.
boulespiel
11.11.2008, 13:36
Hallo Klaus,
wie können wir der Gefahr, in die selbe Jauchegrube zu fallen,
verhindern?
Macht macht macht!
Gruß Peter
Hallo
zumindest könnte im Vereins wie Verbandsgeschehen gelten:
Höflichkeit vor Machtstreben
Grüße
boulspiel
P.S
ansonsten könnte gelten, für diesen(DPV) wie für jeden neuen Verein/Verband zu erkennen ,dass solche Konstrukte "juristische Personen" sind , in dem ähnlich wie in einer (GmbH ) der Wille der Mehrheit gilt, insofern gelten sollte, d.h. der Beauftragte der LV zum Verbandstag in unserem Fall oft der Präsident des
jeweiligen LVs ,sehr wohl und einzig dem Votum der MV des Landesverbandes folgen müsste und nicht wie es die Präsi`s bei ihrer Stimmabgabe oft tun ,sich auf die Freiheit ihres Gewissens berufen ,dies mag für Parlamentsabgeordnete gelten, nicht jedoch für Delegierte der LV zum Verbandstag etc etc .
Ein wie mir scheint wichtiger Punkt.
Weiter wichtig, sowohl für den DPV, als auch eine neue andere Konstruktion wäre :
Keine Doppelfunktion von Ämter
Delegierte gleich zu Verbandstag , Hauptausschuss oder MV der Landesverbände sind mindest jedes Jahr wähl -und abwählbar
Im Augenblick ist die Krux die ,dass viele Präsidenten ,gleichzeitig Delegierte sind und als Präsidenten oft zum Geschäftsbetrieb eines Vereines möglicherweise nötig ,oft sogar mehr als vier Jahre im Amt bleiben. Das könnten sie gerne , wenn jedoch Vereins oder verbandspolitische Entscheidungen von ihrem Präsidialamt getrennt wären.
Deshalb der wähl und abwählbare Delegierte ,der nur dem Satzungs-Auftrag und Beschlüssen eines Vereins auf einer Landes-MV verpflichtet oder als gewählter Delegierter einer Landes-MV die Interessen und vor allem die Beschlüsse (ganz so ähnlich wie das bei juristischen Personen Gesellschaften, GmbH ,Verein ,Ag ,etc gilt) seines Landesverbandes auf einem Verbandtag vertritt
In der Berücksichtigung dieser Vorschläge
der Aufhebung von Doppelfunktionen von Ämtern,
sowie der Einführung eines "politisch gewollten " Delegierten mit der Maßgabe diesen jedes Jahr wählen bzw. abwählen zu können.
wäre die Möglichkeit zu größerer verbandspolitische Gestaltung und Einflussnahme durch die Basis gegeben.
Grüße
Boulespiel
Klaus K.
11.11.2008, 16:05
Eine "Antwort" der anderen Art.
Über den DKV als Dachverband wird viel geschimpft und räsoniert. Alternativen? Ja, die Geschichte hat noch nie Patent*rezepte geliefert.
http://www.kanu.de/go/dkv/home/dkv/profil/geschichte.xhtml
Die Geschichte des Deutschen Kanu-Verbandes
Gründung
Der DKV wurde 1914 gegründet. 1914? Richtig, da war doch was, da war erster Weltkrieg. Da gründet man doch keinen Verband! Unglücklich war der Gründungszeitpunkt schon. Verbandsarbeit unter Kriegsbedingungen ist eigentlich ein Unding, fand aber in engem Rahmen doch statt.
(...)
1933 bis 1945
Die Gleichschaltung des öffentlichen Lebens trifft auch den DKV, der mit 567 Vereinen in diesen Zeitraum eingeht. Als Opfer kann man ihn nicht so sehr ansehen. Mit den neuen Machthabern gibt es keine unüberwindlichen Schwierigkeiten. Gemäßigt national eingestellt und seit der Gründung unter dem schwarz-weiß-roten Wimpel fahrend, werden zwar die Strukturen angepasst, der Betrieb geht wie gewohnt weiter. Dagegen werden die vereinzelt bestehenden Kanugruppen z.B. der Arbeitervereine aufgelöst, ihr Vermögen wird eingezogen. Aus Vorsitzenden werden Vereinsführer, sie werden ernannt und nicht gewählt, die Kreise werden in elf, später sechzehn Gaue umgesetzt und erhalten römische Ziffern. Kurzfristig besteht ein Deutscher Wassersportverband. Dieser erweist sich aus Sicht der Machthaber bald als überflüssig. Der DKV wird das Fachamt Kanusport im Deutschen Reichsbund für Leibesübungen, seit 01.12.1934 ist jede Form des organisierten Kanusports diesem Fachamt unterstellt. Seinen Namen, sein Personal, seine Vereine und Bootshäuser behält der DKV. Aus der Nationalsozialistischen Organisation heraus bilden sich vereinzelt kanusportliche Gruppierungen. Wasserkampfspiele der Hitlerjugend werden organisiert (1941). Typisches NS-Treiben entsteht innerhalb des DKV in Ansätzen. Massenveranstaltungen mit mehreren tausend Teilnehmern, organisierte Auslands- und Grenzlandgroßfahrten sind beliebt. Die Kraft-durch-Freude Fahrten finden auf dem Wasser und zum Wasser hin ihre Entsprechung. Belanglose Deutschtümelei steht neben Unmenschlichem. Den Vereinen wird der Dietwart verordnet. Das ist ein Funktionär, der das Deutschtum verbreiten soll, es wird die "völkische Aussprache" betrieben und vermutlich mehr ertragen als verinnerlicht. Aber auch der Arierparagraph wird sehr schnell durchgesetzt und befolgt. Jüdische Mitbürger haben keine Heimat mehr im organisierten Kanusport. Wie viele Sportsfreunde davon betroffen waren, ist nicht bekannt. "Patrouillenfahrten" finden statt, wo zuvor Fuchsjagden und ähnliche Geschicklichkeitswettbewerbe veranstaltet wurden.
(...)
1997 meldet der DKV mit www.kanu.de seine Präsenz im Internet an, 1998 erscheint der Altklassiker, das Deutsche Flusswanderbuch, ehemals Zelt- und Flußwanderbuch in seiner 24. Auflage. Diese Tradition besteht seit 1927. Ungebremst ist im Zeichen der Konsumgesellschaft die Erwartungshaltung von Mitgliedern und Nichtmitgliedern gegenüber dem DKV, der mittlerweile Hunderte von Sperrungen und Reglementierungen von Gewässern registrieren muss und mit seinen Vereinen und Verbänden und erst recht seiner Handvoll Mitarbeiter für jedes Problem eine Lösung bieten soll. Umweltsymposien und Gutachten, Kooperation auf verschiedensten Ebenen sollen Abhilfe schaffen. Kein heiliger Schauer entsteht, wenn das Mitglied die Buchstaben DKV hört oder liest, ein wohliges Gefühl dagegen, wenn es an die Gastfreundschaft bei auswärtigen Vereinen denkt. Über den DKV als Dachverband wird viel geschimpft und räsoniert. Alternativen? Ja, die Geschichte hat noch nie Patent*rezepte geliefert.
Eine abschließende Feststellung gerät leicht pathetisch, bombastisch oder nebulös. Belassen wir es dabei, dass der immer vielseitig und meist flexibel gewesene DKV bald 100 Jahre auf dem Buckel haben und wohl nicht klein zu kriegen sein wird.
Dr. Thomas Theisinger
(Hervorhebung von K.K.)
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