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Alt 11.03.2009   #11
Klaus Kirchhof
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Klaus Kirchhof sorgt für eine eindrucksvolle AtmosphäreKlaus Kirchhof sorgt für eine eindrucksvolle Atmosphäre
Standard AW: Boulistenaute-Portrait #116: Michel Schatz - genannt PASSO

So. Weiter im Text.
Zitat:
ein spiel gewinnt man ( ist evtl. schon eine qualität ) durch selbstbewusstes aggressivives auftreten.
qualität bekommt man, wenn z.b. die existenzfrage den hintergrund gibt ( oder durch starken ehrgeiz).
erst dann ist man bereit das zu tun was die voraussetzungen für das erreichen des ziels sind.
Lieber Klaus, hier sind jetzt aber doch die Pferde mit dir durchgegangen. Warum? Du überträgst sicher gut beschriebene und wirklichkeitsbezogene härteste Lebensbedingungen einer ethnischen Gruppe, Zigeuner in Südfrankreich, in unzulässig verallgemeinerter Weise auf Sport. Elemente von Verhalten, daß Überleben bisher hat sichern helfen, können sicher, in bestimmt definierter und veränderter Weise, ins Auge genommen werden. Z.B. die von dir beschriebenen Lehrjahre der Jungen.
Zitat:
zwischenwohnwagen auf den wildestem terrain werden fähigkeiten + techniken eingeübt
Selbst da muß genau hingeschaut werden und das Gute vom Schlechten wie Überflüssigen erkannt, unterschieden und getrennt werden.
Auf brasilianische Fußballer, dein Beispiel, bezogen sind wir schon mit ganz anderen Verhältnissen konfrontiert. Was gilt für die Qualität ist, z.B. die Aussage eines berühmtn Fußballers und Trainers: Fußball braucht Sand! Ohne Sand kein brasilianischer (d.h. weltbester) Fußball!
Die Elends - und Überlebenskampfsituation muß mindestens so beschaffen sein, daß daß schon ein Niveau von (kulturellem&sozialem&kalorienreichem) Überleben garantiert ist. Sonst nützt auch der stärkste Wille nichts, weil die Lebenszeit aufgefressen wird von Überleben und fürs Überlebensspiel weder Zeit noch Raum bleibt.
Wo die NOT am Größten, ist die Hilfe am Fernsten. (Brecht)

Andere Kulturen stehen für andere Möglichkeiten und geben andere Orientierungen. Die ostasiatischen Kampf(sport) kunstarten z.B. Oder die Kriegerkultur im Rugby bei den Maoris. (Rugby ist kultivierter Krieg.)
Ohne Zeit und Kultur keine Entwicklung. Schon gar nicht im Sport. Siehe: deutschboule.

Ich spüre bei dir eine Art "Verherr-lichung" des Kampfes um jeden Preis heraus, seit vielen Jahren. Kultur zeigt sich in der Art&Weise wie gekämpft wird. Um bei deinem Beispiel zu bleiben: bin "ich" in einer komfortableren und anhaltend komfortablen Lebenssituation, wird sich auch mein TUN verändern und verfeinern.

Ich sehe es so: es gilt zu erkennen, nicht die "rohen" Lebensumständen geschuldeten Verhaltensweisen zu glorifizieren, sondern in dieser Abhängigkeit zu erkennen und dafür Sorge tragen (unmittelbar, soweit möglich oder vermittelt), schlechtes Leben von Einzelnen oder Gruppen >>> ALLEN verbessern zu helfen.

Am Beispiel Pétanque zeigt sich überdies, daß sich die sache selbst verändert einfach dadurch, daß sie von einem Land (Kultur; Lebensumstände) in ein anderes Land transferiert wird. Fußball in England wie Pétanque in Frankreich haben eine in anderen Ländern letztlich nicht zu ereichende Dimension. Oder Dart und Snooker in England.
Die Japaner sind genervt von den Mongolen und "Russen", die seit geraumer Zeit SUMO Heros werden. Usw.

Grüße!

Jetzt Championsleague!
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Alt 11.03.2009   #12
klaus mohr
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Standard AW: Boulistenaute-Portrait #116: Michel Schatz - genannt PASSO

klausi , das is jetzt ein anderes thema, werde auch von frankr.aus immer online
dabei sein, 2x die woche zumindest. ciao
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Alt 28.03.2009   #13
Krysztoff
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Standard AW: Boulistenaute-Portrait #116: Michel Schatz - genannt PASSO

Eine sehr schöne Schilderung!
Wer die Zigeuner mal miterlebt hat oder gegen sie gespielt hat, z.B. in der Provence oder im Elsass, der Versteht die Faszination aus Zusammenhalt, Gewalt, Lebenskampf!
__________________
beíjinhos
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Alt 28.03.2009   #14
Nonchalance
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Standard AW: Wie gefallen Euch die Spielerportraits?

Zitat:
Zitat von klaus mohr Beitrag anzeigen
hi gerrit, würde gerne diesen artikel unterbringen, zum stichwort passo

liebe petanque -freunde.
das stichwort "passo" hat mich bewogen den versuch zu wagen , den unterschied zwischen petanque und "PETANQUE" zu erläutern.
hab passo vor 10 jahren kennen gelernt.( super spieler, guter mann !) und zusammen mit foyot in meinen kurs integriert.

zigeuner spielen fast ausschliesslich um broterwerb (geld)
fangen schon mit der kugel an, bevor sie laufen lernen.
leben isoliert am rande von ortschaften in wohnwagenburgen (randgruppe mit starkem sozialen zusammenhalt.)
ziehen auch heute noch ,je nach bedürfnissen und jahreszeit durchs land.(nachteile: schulbildung )
und sind fast alle arbeitslos oder gelegenheitsarbeiter

einige beispiele von vielen besonderheiten, aber diese sind petanquerelevant.
sind natürlich nicht in vereinen integriert, haben nur irgendwo ihre lizenz.
spielen ab april bis oktober wenn es irgend geht 2-3 turniere am tag.
irgendwo gibt es immer ,im umkreis von 30 km
-vormittags ein t.a.t.
-nachmittags doubl./trippl.
-und am abend oder spätabend ein nachtturnier.
versuchen auch wo immer es geht um geld zuspielen (partie interet)

was ich sagen will, ihr antrieb ist geld verdienen für die reine existenz, für brot und butter
( hat sich etwas geändert, weil viele sesshaft wurden + geregelter arbeit nachgehen.
parallele ist im fussball brasilien (armut als antrieb).

dieser existenzkampf macht die qualität und den unterschied!
sie sahnen die turniere ab, kommen mit 2 mannschaften, eine geht absichtlich in die consolante !!
und am ende wird geteilt.

in fr. dürfen keine jugendl. oder noch kleinere an senjoren-turnieren teilnehmen, ausnahme ,wenn
vater oder onkel mit dem kleinen spielen. von klein auf tag.täglicher umgang mit den bällen,
macht sie technisch und taktisch zu spitzenspielern.
zwischenwohnwagen auf den wildestem terrain werden fähigkeiten + techniken eingeübt
die ein teil der existenz der familie sind.
die bildung bleibt bei diesem wanderleben auf der strecke !
hat aber keinen hohen stellenwert, sie sind sowiso aussenseiter und kommen nicht für bürgerliche berufe infrage
(ändert sich). paaso macht als unterschrifft "keine 3 kreuze" , denn die hat er eingeübt.
die erzwungene freizeit, da hohe arbeitslosigkeit in verbindung mit ständiger suche nach geld, macht sie
so gefährlich und auf allen turnieren präsent.

äusserste aggressivität im spiel und im umgang mit den gegnern (da will mir einer die butter vom brot nehmen)
machen die partien gegen sie fast unmöglich zu gewinnen, auch wenn sie schlechter als man selbst sind.
der clan ist immer dabei und kinder werden von ihren müttern absichtlich durch das spiel geschickt, wenn der
gegner- tireur ausholt ect. !
und notfalls, wenn es adäquate gegner sind , (und es um "la bonne " geht, also die partie bei der es ums geld geht, meist vietelfinale)
wird auch vor gewaltandrohung nicht zurückgeschreckt und der clan ist immer dabei.
das heisst:
ein spiel gewinnt man unter anderem durch ein verhalten,was in einer normalen gesellschaft nur zu einem teil akzeptiert
werden kann.
ein spiel gewinnt man ( ist evtl. schon eine qualität ) durch selbstbewusstes aggressivives auftreten.
qualität bekommt man, wenn z.b. die existenzfrage den hintergrund gibt ( oder durch starken ehrgeiz).
erst dann ist man bereit das zu tun was die voraussetzungen für das erreichen des ziels sind.

durch 2 stündchen training am tag kann man zwar DM werden, aber nicht dir familie ernähren.
viele von diesen superspielern haben knasterfahrung. (natürlich keine hier genannten !)
ein eric bartoli , marco foyot , emile lovino oder passo ect. haben eine präsenz und ein standing auf dem platz,
was konkret in punkte umzumünzen ist.

muss natürlich noch sagen, was ich mit dieser schilderung rüberbringen wollte. ( nein keine regeln überschreiten, keine gesetze brechen,
nicht aggressiv sein, nein nein nein.)
das positive an den geschilderten verhaltensweisen übernehmen, wir sind zu brav, zu lieb, zu fair !? ein klitzekleinesbischen mehr outlaw,
ein bischen mehr gitan, dafür aber weniger respekt würde dem deutschen petanque guttun. halleluja

omg was hat es denn bitte für nen sinn wenn man sich seinem gegner gegenüber so assozial verhält!?

wenns bei den zigeunern um die gewährleistung der existenz, könnte man es ja evtl noch nachvollziehen...

aber was haben wir hier in deutschland davon wenn man sich so dermaßen daneben benimmt!? wenn man seinen gegner nicht auf spielerische art besiegen kann verliert man halt, kann daraus lernen und fertig!

aggressiven bzw. unfairen verhalten lassen sich keine allgemeinverbindliche grenzen setzen, das fängt beim auftreten eines spielers auf dem platz an und hört bei verbalitäten noch lange nicht auf...

wie kann man sich nur so dermaßen an boule aufgeilen? in deutschland gibts doch eh nix zu gewinnen außer nen paar groschen und bekanntheit bei ca. 0,00000000001% der bevölkerung also bleib mal aufm teppich


nen bisschen mehr chillen und spaß am spiel macht das ganze deutlich sympathischer
Nonchalance ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.04.2016   #15
rockstar
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rockstar zeigte ein beschämendes Verhalten in der Vergangenheit
Standard AW: Boulistenaute-Portrait #116: Michel Schatz - genannt PASSO

ist inzwischen leider verstorben
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boulistenauteportrait, michel schatz, passo, schatz

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