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Alt 15.08.2007   #1
Klaus Kirchhof
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Hallo!
Ich möchte euch, liebe ZUSEHER, aufmerksam machen auf einen Bericht in der Monatszeitschrift Bild der Wissenschaft von August 2007, der leider als Link in meinem Thread Informationen und Links zu Sport gelöscht wurde, d.h., der ganze Thread wurde gelöscht.

http://www.bdw.de/bdw/heft/liste.html

Zitat:
Heft 08/2007

TITEL: PRÄZISIONSWUNDER MENSCH
Als einziges Lebewesen beherrscht Homo sapiens den einhändigen ballistischen Präzisionswurf. Auch der Schuss mit Bogen oder Gewehr ist ein ballistischer Wurf per Maschine. Die Evolution förderte den Erwerb von Treffsicherheit: Mehr Jagdbeute hieß mehr Nachkommen. Das Erfolgsgeheimnis: ein Hochleistungsgehirn.

Zum Werfen geboren
Warum Menschen so genau treffen
Ihr würdet euch wie den Wissenschaftern Dr. Müller und Dr. Mathias Reiser von der Uni Saarland/ Uni Gießen eine (sehr große) Freude machen, diesen Artikel wenigstens zur Kenntnis zu nehmen. Mathias Reiser wurde in den 1990er Jahren schon herbe verprellt von der Deutschen Bouleszene bzw. ihren Repräsentanten, obwohl er mit den besten deutschen saarländischen Boulespielern eine Untersuchung veranstaltete über das Phänomen des TREFFENS beim Schuß. DAS muß einen nicht interessieren als BoulistIn, aber: es könnte einen doch interessieren? Reiser titelte die mir vorliegende Untersuchung: Der Tireur als Präzisionsleister. 2004 veröffentlichte er seine Dissertation unter dem Titel: Zur Ergebniskonstanz von Bewegungstechniken beim Zielwurf.
Dr. PD Müller wird in dem Artikel als DER Wurfforscher bezeichnet. Na ja, nehmt diese Mitteilung als Appetit anregendes Fingerfood.

Mein demnächst erscheinendes Buch: Boule als Pétanque spielen(d) lernen (Arbeitstitel), bezieht Müllers und Reisers Resultate ein.

Viel Spaß!

Klaus K.

P.S. Frage an den Zensor: WAR das jetzt "poste themenbezogen" genug oder geht es euch darum etwa gar nicht???
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Alt 22.08.2007   #2
Rieke
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Ohne ein großer Basketballfan zu sein, verfolge ich so ein bisschen die Szene.

Da steht ein Bundesliga Basketballer und hat auf Boule Entfernung einen Freiwurf.
Verdienst Durchschnitt ca. 200.000 €......und trifft den Korb nicht!!!....Publikum ???

Anderer Sport - anderer Stress!

Man kann ja mal drüber Nachdenken was wir Bouler an Präzisionsarbeit leisten.

Rieke
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Alt 22.08.2007   #3
XBerg
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Zitat:
Zitat von Klaus K. @ 15. 08 2007, 00:00 Uhr
Frage an den Zensor: WAR das jetzt "poste themenbezogen" genug oder geht es euch darum etwa gar nicht???
Hier wird nicht zensiert. Bei einer Zensur wird vor veröffentlichung unerwünschtes gestrichen. du darfst aber bei bedarf deine beiträge vor dem posten gerne per email zwecks prüfung einreichen
__________________
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Alt 22.08.2007   #4
Klaus Kirchhof
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Lieber TW,

deine Bemerkung ist zwar ein schöner BASTA Satz, aber deswegen nicht richtiger. Der Zensor ist und bleibt der Schnüffler, der ALLES unter seiner Kontrolle behalten will. Der dafür sorgt, daß Versteinerte Verhältnisse versteinert bleiben.
Ob nun nettiquette oder Schäublen etc., Emotion läßt sich nicht verhindern, und Höflichkeit und Freundlichkeit entwickeln sich nur in egalitären sozialen Gruppen und nur so lange, wie diese so verfaßt bleiben (siehe: George Orwell: Animal Farm).

Klaus

Nur wir selbst, du und ich, stehen der Weite, die in uns liegt, im Wege. (Kalenderspruch)
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Alt 31.08.2007   #5
karot
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Hi,ich habe den Artikel auch in der BdW gelesen.Hochinteressant für Leute,die sich damit auseinandersetzen wollen,warum der Mensch(Mann übrigens evolutionsdings besser als Frau) so gut" Zielen und Treffen" kann.Beim Boule,Dart,Pfeil u.Bogen,Basketball.
Ich konnte den Artikel leider auch nicht mehr auftreiben.
__________________
Der gute Leger holt seine Kugeln aus dem Aus.
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Alt 31.08.2007   #6
Thomas
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PRÄZISIONSWUNDER MENSCH
Hochleistungswerfer Homo sapiens

Die Zeit ist knapp: Hier der Ball, da das Tor - das Runde muss ins Eckige. Das Gehirn von Tieren ist allein mit der Wurf-Planung schlicht überfordert. Nur Menschen gelingt der gezielte Wurf. Experten glauben daher: Werfen machte die Menschen-Evolution erfolgreich.

Leinfelden - Der Kiesel am Seeufer ist rund und hat die perfekte Größe. Er verführt regelrecht dazu, ihn aufzuheben und ins Wasser zu werfen. Einem solchen Szenario kann kaum jemand widerstehen - ohne sich dabei allerdings klarzumachen, dass er eine Fähigkeit trainiert, die einzigartig für den Menschen ist. Möglicherweise war diese Fähigkeit sogar ein entscheidender Faktor, der aus der menschlichen Evolution eine Erfolgsgeschichte machte.

Drei Millisekunden für den gezielten Wurf: Der Flensburger Profi-Handballer Frank von Behren
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Drei Millisekunden für den gezielten Wurf: Der Flensburger Profi-Handballer Frank von Behren
Ein gezielter Wurf sei nämlich alles andere als simpel, berichtet das Magazin "Bild der Wissenschaft" in seiner August-Ausgabe. Dahinter steckt eine derartig komplexe Planung, dass die Gehirne der meisten Tiere damit schlicht überfordert sind. Zwar werfen auch Menschenaffen - etwa mit Ästen, Steinen oder anderen Gegenständen, wenn sie auf eine feindliche Gruppe treffen -, doch sie benutzen meist beide Hände und schleudern ihre Geschosse lediglich grob in die Richtung des vermeintlichen Angreifers. "Den einhändigen Präzisionswurf beherrscht ausschließlich der Mensch", erklärt der Sportwissenschaftler Hermann Müller von der Universität des Saarlandes in Saarbrücken.

Für den präzisen Wurf reichen 1,4 Millisekunden nicht

Warum das so ist, wird klar, wenn man beim Werfen einen Blick auf die Arbeit des Gehirns wirft: Zuerst muss das Denkorgan ein Bild des Endzustands, also des getroffenen Ziels, kreieren. Dann rechnet es zurück, welche Bewegungen nötig sind, um dieses Ergebnis zu erreichen. Anschließend werden die einzelnen Bewegungen geordnet und zu einer kontinuierlichen Bewegungsfolge arrangiert. Schließlich spielt das Gehirn dann die gesamte Sequenz virtuell durch, um eventuelle Fehler noch rechtzeitig erkennen und beseitigen zu können. Erst wenn all das erledigt ist, gibt das Hirn den Befehl an die Muskeln, den Arm auszuholen und den Wurf auszuführen.

Lange gingen Wissenschaftler davon aus, dass es beim Treffen entscheidend ist, das Wurfgeschoss zum genau richtigen Zeitpunkt loszulassen. Immerhin fliegt ein Ball zu hoch und damit auch zu weit, wenn er zu früh die Hand verlässt - und zu niedrig, wenn er zu lange festgehalten wird. Um ein Ziel in acht Metern Entfernung zu treffen, steht dem Werfer theoretisch lediglich ein Zeitfenster von 1,4 Tausendstel Sekunden zur Verfügung, berechnete der US-Neurologe William Calvin Anfang der achtziger Jahre. Doch das schaffen nicht einmal Top-Werfer, zeigten spätere Untersuchungen: Profis brauchen mindestens drei Millisekunden, Durchschnittswerfer sogar zehn Millisekunden.

Das Problem: Calvin hatte angenommen, dass der Zeitpunkt der einzige Faktor ist, der die Präzision eines Wurfs bestimmt. Mittlerweile wissen es Forscher jedoch besser. "Das richtige Zeitfenster exakt zu erwischen, ist in der Praxis des Werfens nicht entscheidend", sagt Müller. "Was den Menschen zum Könner in Sachen Präzision macht, ist die Kombination von drei erlernbaren Komponenten: Stabilität, Rauschreduktion und Ko-Variation."

Zuerst muss der Werfer lernen, die beste Kombination aus Abwurfgeschwindigkeit und Abwurfwinkel zu finden und sie möglichst konstant beizubehalten. Damit erfüllt er die erste Voraussetzung, die Stabilität. Als nächstes sollte er sich darauf konzentrieren, die Streuung seiner Würfe zu reduzieren - etwa, indem er die unwillkürlichen Bewegungen seiner Muskeln so gering wie möglich hält. Im dritten Schritt ist schließlich flexibles Reagieren gefragt: Der Werfer muss lernen, wie er ungeplante Abweichungen bei einem Parameter, beispielsweise der Geschwindigkeit, ausgleichen kann, in dem er den Abwurfwinkel anpasst.

Werfen für die Evolution

Alle drei Voraussetzungen kann man sich antrainieren. "Stabilität und Ko-Variation lassen sich nachweislich durch Hinweise von außen fördern, üblicherweise vom Trainingsleiter", erklärt Müller in der Zeitschrift. Beim Muskelzittern sei dagegen jeder auf sich selbst gestellt. Ein Rezept dafür hat beispielsweise der ehemalige Rekordhalter im Verwandeln von Basketball-Freiwürfen, der US-Amerikaner Tom Amberry: "Niemals einen negativen Gedanken an der Freiwurflinie zulassen. Wenn ich werfe, denke ich an nichts anderes."

Eine Frage drängt sich bei der Betrachtung der Wurftheorie allerdings auf: Warum steckt das Gehirn so viele Ressourcen in eine Fähigkeit, die eigentlich hauptsächlich der Unterhaltung dient? Die Antwort findet sich in der menschlichen Evolution, glauben Wissenschaftler. Denn zu Zeiten der ersten Jäger war der Präzisionswurf überlebenswichtig: Wer besser werfen konnte, bekam mehr Beute, konnte sich damit besser ernähren und blieb somit leistungs- und fortpflanzungsfähiger. Ein Gehirn, das schnelle Bewegungsabläufe koordinieren konnte, war also ein Selektionsvorteil.

Neurologe Calvin geht sogar noch weiter: Er glaubt, dass das Werfen und die damit verbundene komplexere Hirnstruktur andere typisch menschliche Fähigkeiten überhaupt erst möglich gemacht haben, darunter auch die Sprache. Anderen Wissenschaftlern geht diese These allerdings zu weit. Einig sind sie sich jedoch in einem: Mit dem präzisen Werfen ist der Evolution der ganz große Wurf gelungen.

Thorwald Ewe, ddp
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Alt 02.09.2007   #7
Klaus Kirchhof
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Klaus Kirchhof sorgt für eine eindrucksvolle AtmosphäreKlaus Kirchhof sorgt für eine eindrucksvolle Atmosphäre
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Tja, Thomas, ich weiß ja nicht, was DIR nun die Einser Bewertung eingebracht hat, aber: ICH habe ehrlich 1, 28 erreicht. RÜCKWÄRTS gezählt liege ICH vorn!
Du hast nun - dankenswerterweise??? - den Artikel hier ins off gestellt. (Hoffentlich darfst du trotzdem dpv-Mitglied bleiben!)
Die Forschungsergebnisse sind "korrekt". Der journalistische darum herum geringelte Rattenschwanz ist ziemlich obskur.
In: Wir sind alle Neandertaler. Warum der Mensch nicht in die moderne Welt passt. Von Jürgen Brater, Eichborn Verlag 2007., jagen die Steinzeitler anders. GROß-Tiere wurden gehetzt, zermürbt, entkräftet, in Fallen oder Sümpfe oder Abgründe getrieben, und erst "zu guter Letzt`" (für den Menschen!), gespeert. Der SPEER-WURF ist eher ein Produkt der MODERNE, als SPORT.
Kugelspiele wären ursprünglich STEINE auf Kleintiere schmeißen gewesen, sagt die FR. Heute ist der Sau-SCHUß im Boule dessen Um-KEHRUNG: die SAU wird nur zur NOT oder aber, im Ausnahmefall, für viele Punkte (viele kleine Spanferkel!) geschossen.
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boule, petanque, wissenschaft

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